Gedächtnisspiele für Kinder: das Arbeitsgedächtnis spielend üben
Bei Gedächtnisspielen geht es um mehr als Auswendiglernen. Gefordert ist vor allem das Arbeitsgedächtnis: Informationen im Kopf behalten und mit ihnen arbeiten, etwa sich merken, welche Karte wo liegt, und das Gemerkte nach jedem Tausch auf den neuen Stand bringen. Etwas kurz zu behalten, gelingt schon sehr kleinen Kindern. Mehrere Dinge zugleich im Kopf zu halten oder umzuordnen, entwickelt sich dagegen langsam: Vom Vorschulalter bis ins Jugendalter steigt die Leistung des Arbeitsgedächtnisses stetig an. Ab etwa sieben Jahren ähneln Aufbau und Merkstrategien bereits denen Erwachsener.
Gesellschaftsspiele bieten dafür Übungsgelegenheiten in Stufen. Am einfachsten ist es, sich ein Bild kurz einzuprägen, wie bei BrainBox – Meine ersten Bilder. Bei Nanu? und Stone Age Junior merkt man sich, was unter Deckeln oder verdeckten Plättchen liegt. Anspruchsvoller wird es, wenn sich das Gemerkte laufend ändert: Bei Geistertreppe tauschen die Gespenster die Plätze, bei Biberbande und Cabo die verdeckten Karten, bei That’s not a hat wandern Geschenke verdeckt im Kreis. Bei Hanabi behält man die Hinweise der anderen über mehrere Runden, bei Mastermind und Ricochet Robots kombiniert man Rückmeldungen und Zugfolgen im Kopf.
Bei der Auswahl zählt die passende Herausforderung: Ein Spiel soll fordern, aber nicht überfordern, und mit der Zeit schwieriger werden. Für den Einstieg eignen sich kurze Runden mit wenig Merkstoff. Bluffspiele wie That’s not a hat bringen zusätzlich Spannung an den Tisch; beim kooperativen Hanabi gewinnen oder verlieren alle gemeinsam.
Die Auswahl
ab 6 J.★ 4,5Biberbande
Eigene verdeckte Karten niedrig halten – wer vergisst, was wo liegt, tauscht sich ins Verderben.
Tipp der Redaktion
ab 4 J.★ 4,0BrainBox – Meine ersten Bilder
Zehn Sekunden einprägen, dann Fragen beantworten: Gedächtnistraining im Westentaschenformat.
Tipp der Redaktion
ab 8 J.Cabo
Die eigenen verdeckten Karten möglichst niedrig halten, klug tauschen und im richtigen Moment „Cabo“ rufen – Gedächtnis trifft Bluff.
Tipp der Redaktion
ab 8 J.★ 4,5Hanabi
Die eigenen Karten sieht jeder – nur man selbst nicht: kooperatives Gedächtnisfeuerwerk.
Tipp der Redaktion
ab 6 J.Kakerlakensuppe
Karten ablegen und dabei flunkern, welches Tier man wirklich loswird – wer den Bluff durchschaut, profitiert. Ein herrlich freches Bluffspiel.
Tipp der Redaktion
ab 8 J.★ 4,0Mastermind
Den geheimen Farbcode knacken: Deduktion in Reinform – der Logik-Klassiker für zwei.
Tipp der Redaktion
ab 8 J.★ 4,5Memoarrr!
Memory für Fortgeschrittene: Nur passende Karten dürfen aufgedeckt werden – wer patzt, fliegt raus.
Tipp der Redaktion
ab 10 J.Ricochet Robots
Roboter mit möglichst wenigen Zügen ans Ziel schieben – sie rutschen erst, wenn sie auf ein Hindernis treffen. Knobeln für alle gleichzeitig.
Tipp der Redaktion
ab 4 J.Geistertreppe
Mit den Figuren die Geistertreppe hochsteigen – doch unter den Geisterhüten muss man sich merken, wer wer ist. Ein Gedächtnis-Klassiker für Kinder.
ab 8 J.Hexentanz
Hexen den Berg hinauf bewegen, ohne dass die anderen wissen, welche einem gehört – wer gut merkt und geschickt blufft, gewinnt. Gedächtnis trifft Versteckspiel.
ab 4 J.Nanu?
Deckel anheben und sich merken, unter welchem das gesuchte Bild versteckt ist – der freundliche Gedächtnis-Klassiker für die Kleinsten.
ab 5 J.Stone Age Junior
Die Kinderversion: Wege merken, sammeln und die erste eigene Hütte bauen – Gedächtnis und Planen schon ab dem Vorschulalter.
ab 8 J.That’s not a hat
Geschenke verdeckt weiterreichen und sich merken, was wo liegt – wer schwindelt, fliegt auf. Ein gemeines kleines Gedächtnis- und Bluffspiel.
So ist diese Auswahl entstanden
Hier stehen alle Spiele unserer Sammlung, die wir dem Förderbereich Gedächtnis zugeordnet haben. Jedes davon ist auf dieser Website einzeln besprochen, mit Spielablauf und Förderprofil. Die Altersangaben stammen von den Verlagen und reichen von 4 Jahren (BrainBox – Meine ersten Bilder, Geistertreppe, Nanu?) bis 10 Jahren (Ricochet Robots).
Häufige Fragen
Was ist das Arbeitsgedächtnis?
Das Arbeitsgedächtnis hält Informationen kurz im Kopf bereit, damit man mit ihnen arbeiten kann. Es ist mehr als das blosse Kurzzeitgedächtnis: Man behält nicht nur, sondern ordnet um, rechnet oder bringt das Gemerkte auf den neuen Stand. Kinder brauchen es zum Beispiel beim Kopfrechnen oder wenn sie eine Anweisung mit mehreren Schritten im Kopf behalten müssen. Bei Geistertreppe muss man nach jedem Platztausch der Gespenster wissen, wo die eigene Figur steckt.
Ab welchem Alter eignen sich Gedächtnisspiele?
Einfache Merkspiele gibt es schon für Kinder ab 4 Jahren. Etwas kurz zu behalten, gelingt bereits sehr kleinen Kindern; mehrere Dinge zugleich im Kopf zu behalten und zu verändern, entwickelt sich dagegen langsam und reift bis ins Jugendalter. In dieser Auswahl sind Nanu?, Geistertreppe und BrainBox – Meine ersten Bilder ab 4 Jahren angegeben, Stone Age Junior ab 5, Biberbande und Kakerlakensuppe ab 6. Spiele, bei denen sich das Gemerkte ständig ändert, wie Cabo, That’s not a hat oder Hanabi, empfehlen die Verlage ab 8 Jahren.
Wird mein Kind durch Gedächtnisspiele besser in der Schule?
Das kann niemand versprechen. Exekutive Funktionen, zu denen das Arbeitsgedächtnis gehört, hängen zwar mit den Lese- und Rechenleistungen zusammen. Eine Meta-Analyse zu Trainingsprogrammen für das Arbeitsgedächtnis fand aber vor allem kurzfristige Fortschritte bei ähnlichen Gedächtnisaufgaben; auf Rechnen oder Wortlesen übertrugen sie sich nicht überzeugend. Gedächtnisspiele sind deshalb vor allem eine schöne Gelegenheit, gemeinsam zu spielen und dabei das Merken zu üben, und kein Lernprogramm.
Was tun, wenn mein Kind beim Merken schnell aufgibt?
Machen Sie die Aufgabe kleiner: Beginnen Sie mit einem Spiel aus der jüngeren Altersstufe oder spielen Sie anfangs im Team, Kind und Erwachsener gemeinsam. Ein gutes Spiel fordert, ohne zu überfordern, und wird erst nach und nach schwieriger. Achten Sie auch auf den Moment: Bei Schlafmangel oder Stress leiden genau diese Fähigkeiten als Erste. Spielen soll Freude machen und sich nicht wie eine Prüfung anfühlen.
Weitere Themen und Altersstufen
Nach Alter
- Spiele ab 4 Jahren: Gesellschaftsspiele fürs Kindergartenalter
- Spiele ab 5 Jahren: Gesellschaftsspiele fürs Vorschulalter
- Spiele ab 6 Jahren, die Kinder spielerisch fördern
- Spiele ab 7 Jahren, die Denken und Konzentration fördern
- Spiele ab 8 Jahren zum Planen, Knobeln und Zusammenspielen
- Gesellschaftsspiele ab 10 Jahren und für Teenager
Nach Förderbereich
- Konzentrationsspiele für Kinder: Aufmerksamkeit und Impulskontrolle spielend üben
- Gesellschaftsspiele, die exekutive Funktionen fördern
- Spiele zur Impulskontrolle: Abwarten und Bremsen spielerisch üben
- Reaktions- und Wahrnehmungsspiele für Kinder: genau hinschauen, schnell handeln
- Logikspiele für Kinder: vorausdenken, knobeln und Strategien entwickeln
- Sprachspiele für Kinder: Wortschatz, Erzählen und Zuhören spielend fördern
- Gesellschaftsspiele, die kognitive Flexibilität fördern
- Feinmotorik-Spiele für Kinder: ruhige Hände, geschickte Finger
- Kooperative Spiele und Spiele fürs Miteinander: gemeinsam planen, absprechen und gewinnen
- Rechenspiele für Kinder: zählen, vergleichen und im Kopf rechnen