So spielt es sich
55 Bildkarten zeigen Orte oder Situationen. Eine elektronische Bombe macht nach zufälliger Zeit – spätestens nach einer Minute – „Bumm“. Eine Karte wird aufgedeckt, die Bombe gestartet: Wer sie hält, nennt einen Begriff zum Bild, etwa „Liegestuhl“ zum Strand, und gibt sie sofort weiter; schon Genanntes zählt nicht. Wer die Bombe beim Knall hält, nimmt die Karte. Wer fünf Karten nehmen musste, beendet das Spiel; es gewinnt, wer die wenigsten hat.
Was es fördern kann
Wie in Tests zur semantischen Wortflüssigkeit müssen zum Bild „Strand“ reihum immer neue passende Begriffe kommen. Das fordert Wortabruf und Wortschatz, die tickende Bombe das Verarbeitungstempo. Weil Genanntes nicht noch einmal zählt, muss das Arbeitsgedächtnis festhalten, was zur Karte schon fiel. Oft ist das zurechtgelegte Wort schon weg – dann braucht es kognitive Flexibilität zum Umschalten.
Besonders geeignet für
- Kinder ab 5, die noch nicht lesen können
- Familienrunden, in denen Erwachsene mitspielen
- Mehrsprachige Familien – Karten in drei Sprachen
Weniger geeignet für
- Kinder, die unter Zeitdruck blockieren oder den Knall fürchten
- Wer Taktik sucht – hier entscheiden Tempo und Zufall
Unser Fazit
Tick Tack Bumm Junior lohnt sich für Familien mit Kindern ab 5 Jahren, die gemeinsam mit Erwachsenen Begriffe zu Bildern suchen möchten. In zwei Besprechungen fallen der Spaß quer durch die Generationen und die Spannung durch die Zufallszeit der Bombe auf. Grenzen: Kinder, die bei Zeitdruck blockieren oder beim Knall erschrecken, und alle, die Taktik suchen, denn Tempo und Zufall entscheiden.
So gelingt der Einstieg
- Kindern, die den Knall fürchten, vorab erklären, dass die Bombe nach zufälliger Zeit zwischen 10 Sekunden und einer Minute losgeht.
- Kein Wort fest einplanen: Eine Rezension warnt, dass sich ein zurechtgelegtes Wort oft bereits erledigt hat; ein zweites in Reserve zu halten lohnt sich.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Laut Piatnik-Spielregel gehören 55 Karten mit Orten oder Situationen und eine elektronische Bombe dazu, die 10, 20, 40 Sekunden oder eine Minute tickt. Die Karten sind laut dieser Spielregel dreisprachig (Englisch, Französisch, Deutsch). Laut BoardGameGeek hat die Junior-Fassung Bildkarten statt Buchstabenkarten und keinen Würfel, und die erste deutsche Ausgabe erschien 1999 bei Piatnik.
Was Rezensionen sagen
Birgit und Peter Költringer (Salzburger Nachrichten, auf Luding) halten fest, das Original mit Silben sei für kleine Kinder zu schwer, die Junior-Fassung habe Themenkarten. Sie nennen die Junior-Fassung tückisch, weil das vorbereitete Wort gar nicht selten schon genannt wurde, aber ebenso lustig wie die Erwachsenenfassung, ein Spiel für die ganze Familie. Arno Steinwender (spieletest.at, 2002) beschreibt einen riesigen Spaß für Groß und Klein mit Hektik und Spannung durch den Zufallsgenerator und bemängelt die im Vergleich zum Inhalt große Schachtel. Laut Piatnik eignet sich das Spiel dank der Karten in mehreren Sprachen auch für Sprachübungen. Laut Luding und BoardGameGeek ist für die Junior-Ausgabe keine Auszeichnung verzeichnet; die im Piatnik-Magazin genannten Auszeichnungen gelten dem Original.
Im Vergleich
Rory’s Story Cubes (ab 6, 1 bis 12 Personen, ca. 10 Minuten) teilt mit Tick Tack Bumm Junior den Förderbereich Sprache und fordert ebenfalls Wortabruf: Jedes Bild braucht einen passenden Begriff. Stadt Land Flip (ab 8, 2 bis 6 Personen, ca. 10 Minuten) teilt mit Tick Tack Bumm Junior die Bereiche Sprache sowie Wahrnehmung & Tempo, fordert den Wortabruf aber mit Anfangsbuchstaben, während Tick Tack Bumm Junior im Grundspiel ohne Buchstaben auskommt; dazu kommt Impulskontrolle. Stadt Land Flip liegt Runden mit großem Tempogefälle (Erwachsene gegen Achtjährige) weniger. Tick Tack Bumm Junior passt zu Kindern ab 5, die noch nicht lesen können, zu Familienrunden mit Erwachsenen und zu mehrsprachigen Familien; Kindern, die unter Zeitdruck blockieren oder den Knall fürchten, und Spielenden, die Taktik suchen, liegt das Spiel weniger.
Quellen
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Tick Tack Bumm Junior?
Die Altersangabe lautet ab 5 Jahren. Bereit sind Kinder, die zu einem Bild spontan passende Wörter nennen mögen; lesen müssen sie dafür nicht. Weniger passt es, wenn ein Kind unter Zeitdruck blockiert oder sich vor dem Knall fürchtet.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 30 Minuten. Es spielen 2 bis 12 Personen gegeneinander. Das Spiel endet, sobald jemand fünf Karten nehmen musste, und wer dann die wenigsten hat, gewinnt.
Was kann Tick Tack Bumm Junior fördern?
Das Spiel kann Sprache sowie Wahrnehmung & Tempo fördern. Zum Bild „Strand“ fallen reihum immer neue Wörter wie Liegestuhl oder Muschel; da ein bereits gefallenes Wort nicht erneut gilt, müssen alle im Kopf behalten, was schon gesagt wurde.
Macht es auch Erwachsenen Spaß?
Ja. Eine Rezension nennt es ein Familienspiel, das ebenso lustig sei wie die Fassung für Erwachsene. Die Karten sind auf Deutsch, Englisch und Französisch beschriftet; laut Verlag lassen sich damit auch Sprachen üben.



