So spielt es sich
Am Rand eines 5 × 5-Kartenfelds liegen zwölf feste Waren- und Aktionskarten und vier Überfall-Ecken, in der Mitte neun wechselnde Waren- und Stammeskarten. Jede Runde rückt der Räuber ein Randfeld weiter und sperrt es; abwechselnd setzen beide drei Targi-Figuren an den Rand. Wo sich Linien zweier eigener Figuren kreuzen, nutzt man auch die Mittelkarte. Mit Datteln, Salz, Pfeffer und Gold erwirbt man Stammeskarten, die Siegpunkte bringen. Es endet, sobald jemand zwölf Stammeskarten hat, spätestens wenn der Räuber das Feld umrundet hat; die meisten Siegpunkte gewinnen.
Was es fördern kann
Targi fordert vorausschauendes Planen mit einem Dreh: Jede Figur wirft gedanklich eine Linie, die Karte in der Mitte gibt es nur, wo sich zwei eigene kreuzen. Dazu kommt Perspektivenübernahme: Jede Figur sperrt der Gegenseite das gegenüberliegende Feld – was braucht sie, was nehme ich ihr weg? Weil sich das Feld jede Runde verändert, muss man laufend umplanen und die ausliegenden Stammeskarten beider im Kopf behalten.
Besonders geeignet für
- Jugendliche ab 12, die gern taktisch tüfteln
- Eltern-Teenager-Duelle und Paare am Spieleabend
- Geduldige Planer, die eine Stunde konzentriert bleiben
Weniger geeignet für
- Gruppen ab drei Personen
- Wer ungern grübelt oder Blockaden persönlich nimmt
Unser Fazit
Targi lohnt sich für Teenager ab 12 mit Lust auf Taktik, für Duelle zwischen Eltern und Teenagern oder Paare am Spieleabend. Das Spiel holte 2012 den À-la-carte-Preis für Kartenspiele, und der Schnittpunkt-Mechanismus hält immer neue Dilemmata bereit. Grenzen setzen die feste Besetzung mit zwei Personen, die Stunde Konzentration, die in der Erstauflage knappen Siegpunktplättchen und ein Hauch Kartenglück.
So gelingt der Einstieg
- Die Randkarten anfangs mit der beschrifteten Vorderseite auslegen, erst später mit der Symbol-Rückseite.
- Vor der ersten Runde die Verbote klären: Eckfelder, das gesperrte Räuberfeld und das Feld gegenüber einer gegnerischen Figur sind tabu.
- Die Linien der Figuren zu Beginn mit dem Finger über das Feld ziehen, bis das Kreuzungsprinzip klar ist.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Zum Material gehören laut Kosmos unter anderem 80 Karten, 6 Targi-Figuren, ein Räuber und 15 Siegpunktplättchen. Laut Wikipedia ist Targi die erste Veröffentlichung des Autors Andreas Steiger; die Siegpunktmarker der zweiten Auflage tragen die Werte 1, 3 und 5. Die Randkarten kann man laut Reich der Spiele wahlweise mit der beschrifteten Vorderseite oder der Symbol-Rückseite auslegen. Laut Cliquenabend liegen die Stammeskarten in drei Reihen zu je vier; Symbolboni bringen 4 Extrapunkte bei vier gleichen und 2 bei vier verschiedenen Symbolen.
Was Rezensionen sagen
Die Jury Spiel des Jahres nominierte Targi 2012 für das Kennerspiel des Jahres; den Preis gewann laut Wikipedia Village. Den À-la-carte-Kartenspielpreis 2012 gewann Targi laut Fairplay, beim Deutschen Spiele Preis 2012 belegte es laut Wikipedia Platz 6. Die Jury Spiel des Jahres lobt den Schnittpunkt-Mechanismus, der beiden immer wieder Dilemmata bereithält. Reich der Spiele nennt die Regel kurz und prägnant. Der Brettspiele-Report hält fest, dass man eigene und gegnerische Stammeskarten im Kopf behalten muss, und kritisiert zu wenige Siegpunktplättchen. Cliquenabend erwähnt Kartenglück beim Aufdecken und bemerkt, dass die Siegpunktplättchen ausgehen.
Im Vergleich
Jaipur (ab 12, 2 Personen, ca. 30 Minuten) fordert wie Targi vorausschauendes Planen und Perspektivenübernahme, dazu Risikoabwägung. Beide gehören zum Förderbereich Logik und Planen; wer Glück beim Nachziehen schwer erträgt, ist bei Jaipur weniger gut aufgehoben. Zu viert spielbar ist Die Tavernen im Tiefen Thal (ab 12, 2 bis 4 Personen, ca. 60 Minuten), das wie Targi vorausschauendes Planen und kognitive Flexibilität fordert, dazu Kopfrechnen und damit den Bereich Zahlen und Rechnen. Optimierern, die Würfelglück stört, liegt es weniger. Targi passt zu Jugendlichen ab 12, die gern taktisch tüfteln, und zu Eltern-Teenager-Duellen; Gruppen ab drei Personen sowie Spielenden, die ungern grübeln oder Blockaden persönlich nehmen, liegt es weniger.
Quellen
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Targi?
Targi ist ab 12 Jahren angegeben. Bereit ist ein Jugendlicher, der gern taktisch plant, eine Stunde konzentriert bleibt und eine Blockade durch das Gegenüber nicht persönlich nimmt; wer ungern grübelt, hat weniger Freude.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 60 Minuten. Es spielen genau 2 Personen gegeneinander; das Spiel endet bei zwölf Stammeskarten oder nach einem vollen Umlauf des Räubers, und die meisten Siegpunkte gewinnen.
Was kann Targi fördern?
Targi kann Logik und Planen fördern. Von jeder Figur aus läuft in Gedanken eine Linie, und die Mittelkarte gibt es nur dort, wo sich zwei eigene Linien kreuzen; zugleich bleibt im Blick, was die Gegenseite braucht.
Ist Targi kompliziert?
Die Regel ist kurz und prägnant, doch das Kreuzungsprinzip, die Verbote beim Einsetzen und der wandernde Räuber verlangen in den ersten Partien Aufmerksamkeit.



