So spielt es sich
Auf dem Blocksberg tanzen schwarze Hexenhütchen im Kreis; die Farbe der Besitzerin steht nur darunter. Erst bringt jeder seine Hexen ins Spiel, dann darf man mit dem Würfel jede ziehen, auch fremde. Landet man auf einem besetzten Feld, wird die dort stehende Hexe aufgedeckt und sieben Felder zurückgesetzt. Bei einer Sechs darf man stattdessen eine Hexe ansehen. Eine fremde Hexe im eigenen Ziel wandert ins Ziel ihrer Besitzerin. Wer zuerst alle seine Hexen im Ziel hat, gewinnt.
Was es fördern kann
Hexentanz ist Arbeitsgedächtnis in Bewegung: Man muss behalten, welche der gleich aussehenden Hütchen die eigenen sind, und dieses Wissen bei jedem Zug aktualisieren – auch wenn andere Hexen verschieben oder zurücksetzen. Die eigenen Hexen im Gewimmel zu verfolgen, fordert selektive Aufmerksamkeit. Dazu kommt ein Hauch Perspektivenübernahme: Wer fremde Hexen zieht, um andere zu verwirren, muss einschätzen, was diese über das Brett wissen.
Besonders geeignet für
- Schulkinder ab 8 mit Freude am Merken
- Gemischte Runden mit Großeltern
- Fans von „Mensch ärgere dich nicht“
Weniger geeignet für
- Kinder, die Zurücksetzen schwer verkraften
- Wer Taktik statt Würfelglück sucht
Unser Fazit
Hexentanz lohnt sich für Familien mit Schulkindern ab 8, die gern Dinge im Kopf behalten, und für Runden mit Großeltern. Die Regeln sind einfach, und im Durcheinander gleicher Hütchen können Kinder es mit Erwachsenen aufnehmen. Das Spiel stand 1989 auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres. Grenzen sind das Würfelglück, wenig Taktik und der Ärger beim Zurücksetzen.
So gelingt der Einstieg
- Zu Beginn bringt zunächst jede Person nur die eigenen Hexen in den Tanzkreis; erst danach darf jede beliebige Hexe gezogen werden.
- Bei einer Sechs darf stattdessen die Farbe einer Hexe angesehen werden, dafür bewegt sich in diesem Zug keine Hexe. Das lässt sich als Gedächtnisstütze erklären.
- Landet eine fremde Hexe im eigenen Ziel, kommt sie ohne Würfeln ins Ziel ihrer Besitzerin. Das vorab zu sagen, beugt Überraschungen vor.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Autor ist Björn Hölle; laut Wikipedia erschien das Spiel 1988 bei F.X. Schmid, 1999 bei Ravensburger und 2007 als Neuauflage, als Abwandlung von Pachisi. Zur Ravensburger-Ausgabe gehören laut Alternate ein Spielplan, 25 Hexenhütchen, 30 Hexenköpfe und ein Würfel; sie ist für 2 bis 6 Personen angegeben. Wie viele Hexen jede Person hat, hängt von der Spielerzahl ab: Laut superfred sind es bei 3 Personen je 4, bei 4 je 3 und bei 5 oder 6 je 2. Für das Spiel zu zweit nennt die englische Fassung der Ravensburger-Spielregel („Magic Dance“) neutrale Hexen.
Was Rezensionen sagen
Spiel des Jahres beschreibt es in seiner Datenbank als „Verwirrspiel für Gedächtniskünstler“; laut Wikipedia und Luding stand es 1989 auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres. Laut der Rezension auf superfred ist es kein großes Taktik- oder Denkspiel, fordert aber das Gedächtnis und hat einfache Regeln; der Ärgerfaktor sei hoch, wenn jemand die eigene Hexe an der Startbahn vorbeizieht. Költringer schreibt in den Salzburger Nachrichten, nicht selten seien die Kinder den Eltern haushoch überlegen, und nennt das Spiel spannend für Jung und Alt. Spieletest.at nennt das Spielprinzip einfach und spricht von viel Verwirrung und Spaß; Games we play bezeichnet es als „toll verwirrendes Spiel“. Wieland Herold sieht 1996 in seiner Rezension Spaß für Kinder, Eltern und Großeltern.
Im Vergleich
Memoarrr! (ab 8, 2 bis 4 Personen, ca. 15 Minuten) fordert wie Hexentanz das Gedächtnis, ist aber für weniger Personen angegeben und dauert kürzer. Hanabi (ab 8, 2 bis 5 Personen, ca. 25 Minuten) verlangt wie Hexentanz Arbeitsgedächtnis und Perspektivenübernahme, führt aber zusätzlich die Förderbereiche Miteinander sowie Logik und Planen. Hexentanz passt zu Schulkindern ab 8 mit Freude am Merken und zu gemischten Runden mit Großeltern; weniger geeignet ist es für Kinder, die Zurücksetzen schwer verkraften, und für alle, die Taktik statt Würfelglück suchen.
Quellen
- Wikipedia: Hexentanz
- Spiel des Jahres: Hexentanz (Datenbank)
- Luding: Hexentanz
- Rulespal: Ravensburger-Spielregel (englische Fassung „Magic Dance“)
- Alternate: Hexentanz (Ravensburger)
- superfred: Rezension
- Luding: Rezension von Költringer (Salzburger Nachrichten)
- Luding: Rezension von Költringer (Salzburger Nachrichten), zweite Seite
- spieletest.at: Test
- games we play: Hexentanz
- mit80: Rezension von Wieland Herold (1996)
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Hexentanz?
Das Spiel ist ab 8 Jahren angegeben. Bereit ist ein Kind, wenn es sich merken mag, welche Hütchen ihm gehören, und das Zurücksetzen gelassen nimmt. Kinder, die das schwer verkraften, ärgern sich hier leicht.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 45 Minuten. Es spielen 2 bis 6 Personen gegeneinander, und wer zuerst alle eigenen Hexen im Ziel hat, gewinnt. Je mehr mitspielen, desto weniger Hexen hat jede Person; zu zweit kommen neutrale Hexen dazu.
Was kann Hexentanz fördern?
Hexentanz fordert das Gedächtnis: merken, aktualisieren und gezielt erinnern. Weil alle Hütchen gleich aussehen, muss bei jedem Zug im Kopf nachgeführt werden, wo die eigenen Hexen stehen, auch nachdem andere verschoben oder zurückgesetzt wurden.
Macht Hexentanz auch Erwachsenen Spaß?
Rezensionen nennen es spannend für Jung und Alt; nicht selten sind die Kinder den Eltern überlegen. Wer Taktik sucht, wird weniger fündig: Es gilt nicht als großes Taktik- oder Denkspiel.



