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Hanabi – Produktbild
ab 8 J. · ★ 3,9 · Tipp der Redaktion

Hanabi

Die eigenen Karten sieht jeder – nur man selbst nicht: kooperatives Gedächtnisfeuerwerk.

So spielt es sich

Alle halten ihre Karten verkehrt herum: Man sieht nur die Hände der anderen. Gemeinsam soll ein Feuerwerk in fünf Farben entstehen, jede Reihe von 1 bis 5. Wer dran ist, gibt entweder einen Hinweis auf alle Karten einer Farbe oder Zahl in einer fremden Hand („Diese zwei sind blau“), wirft ab oder spielt aus. Jeder Hinweis kostet ein Plättchen, Abwerfen bringt eines zurück. Nach drei falsch ausgespielten Karten ist alles verloren; sonst zählt jede gelegte Karte, höchstens 25 Punkte.

Was es fördern kann

Hanabi fordert vor allem das Arbeitsgedächtnis: Wer hört „Deine zwei linken Karten sind Einsen“, muss das über Runden behalten, mit späteren Hinweisen verknüpfen und nach dem Nachziehen neu zuordnen. Ebenso zentral ist Perspektivenübernahme: Was weiß die andere schon, wie deutet sie meinen Tipp? Genau dieses Hineindenken macht Hanabi zu einem Prüfstein für die KI-Forschung. Logisches Schließen braucht es beim Auswerten: Was verrät der Ablagestapel, was bedeutet es, dass niemand meine Karten erwähnt?

Arbeitsgedächtnis●●●●●
Perspektivenübernahme●●●●●
Logisches Schließen●●●●●
Stimmen aus der Community: Spiel des Jahres 2013 und Sieger des À-la-carte-Kartenspielpreises 2013. Die Spiel-des-Jahres-Jury lobte den einmaligen Mix aus Kooperation, Kommunikation und Deduktion, empfiehlt es selbst aber erst ab 10. Rezensionen zufolge muss jede Runde klären, wie streng sie Andeutungen per Mimik oder Tonfall nimmt; manche finden es zu zweit weniger reizvoll.
Unser Tipp für Eltern: Zum Einstieg erlauben, bereits erhaltene Hinweise jederzeit zu erfragen. Ziel: nicht die Höchstpunktzahl, sondern das letzte Ergebnis übertreffen.

Besonders geeignet für

  • Konzentrierte Schulkinder ab 8, die gern knobeln
  • Geschwister, die sonst gegeneinander spielen
  • Gemischte Runden – auch Erwachsene sind gefordert

Weniger geeignet für

  • Unruhige Runden – Konzentration ist Pflicht
  • Wer beim Spielen frei plaudern will

Unser Fazit

Hanabi lohnt sich für konzentrierte Schulkinder und gemischte Runden, die gemeinsam knobeln statt gegeneinander zu spielen: Die Jury lobte die Verbindung aus Zusammenarbeit, Hinweisen und Schlussfolgern, und auch Erwachsene werden gefordert. Grenzen setzen der Anspruch an Konzentration und Gedächtnis, die Frage, wie streng Andeutungen gehandhabt werden, und die Jury-Empfehlung erst ab 10 Jahren.

So gelingt der Einstieg

  • Auch auf das Ungesagte achten: Ausbleibende Hinweise und der Ablagestapel verraten etwas über die eigenen Karten.
  • Beim Hinweisgeben immer alle Karten einer Farbe oder Zahl in der Hand nennen.

Im Detail

Varianten und Spielerzahl

Laut Wikipedia gehören 50 Karten in fünf Farben mit den Werten 1 bis 5, acht Hinweisplättchen und drei Gewitterplättchen zum Material; für Varianten kommen Mehrfarbenkarten hinzu. Hanabi ist für 2 bis 5 Personen gedacht; laut Wikipedia überlässt die Regel den Gruppen die Strenge der Kommunikation, und zu zweit spielt es sich deutlich anders. Auf Hall9000 findet eine Leserin das Spiel zu zweit schwächer, andere widersprechen; die Besprechung auf brettspiele-report.de sieht den Spaß mit der Spielerzahl steigen. Als Hausregel wird auf Hall9000 genannt, bereits erhaltene Hinweise jederzeit erfragen zu dürfen. Laut BoardGameGeek erschienen deutsche Ausgaben bei Abacusspiele 2012 und 2013.

Was Rezensionen sagen

Die Jury Spiel des Jahres, die Hanabi 2013 auszeichnete, nennt es einen bislang einmaligen Mix aus kooperativen, kommunikativen und deduktiven Spielelementen und hält fest, dass Gruppen von Partie zu Partie besser harmonieren. Selbst empfiehlt die Jury es erst ab 10. Auf Hall9000 heißt es, jede Runde müsse ihre Grenzen bei Kommentaren, Mimik und Tonfall selbst ziehen. Rezensionen für Millionen beschreibt strenge wie lockere Auslegungen der Kommunikation und stellt fest, dass in manchen Gruppen mehr preisgegeben wird als erlaubt; brettspiele-report.de merkt an, die Kommunikationsregeln würden nicht immer eingehalten. Pöppelkiste weist darauf hin, dass auch ausbleibende Hinweise Information sind und der Ablagestapel Schlüsse auf die eigenen Karten erlaubt.

Im Vergleich

That’s not a hat (ab 8, 3 bis 8 Personen, ca. 10 Minuten) fordert wie Hanabi das Arbeitsgedächtnis und die Perspektivenübernahme, hier beim Abwägen, ob die Nachbarin blufft. Kindern, denen Fehler vor anderen peinlich sind, liegt es weniger. Memoarrr! (ab 8, 2 bis 4 Personen, ca. 15 Minuten) beansprucht ebenfalls das Arbeitsgedächtnis, dort beim Verknüpfen von Bild und Ort, dazu die kognitive Flexibilität; Kindern, die frühes Ausscheiden schwer verkraften, liegt es weniger. Hanabi verbindet das Gedächtnis zusätzlich mit Miteinander sowie Logik und Planen und passt zu konzentrierten Schulkindern ab 8; unruhigen Runden liegt es weniger.

Quellen

Häufige Fragen

Ab welchem Alter eignet sich Hanabi?

Hanabi ist ab 8 Jahren angegeben, die Jury des Spiels des Jahres empfiehlt es selbst erst ab 10. Bereit ist ein Kind, das sich konzentrieren und Hinweise über Runden behalten kann. Wer nebenbei frei plaudern möchte, ist hier weniger gut aufgehoben.

Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?

Eine Partie dauert etwa 25 Minuten, und es spielen 2 bis 5 Personen gemeinsam. Alle legen zusammen ein Feuerwerk in fünf Farben, höchstens 25 Punkte; nach drei Fehlern ist alles verloren. Zu zweit spielt es sich anders, manche finden es dort weniger reizvoll.

Was kann Hanabi fördern?

Das Spiel kann Gedächtnis, Miteinander sowie Logik und Planen fördern. Ein Hinweis wie „Diese zwei sind blau“ muss über Runden behalten werden, und es gilt abzuschätzen, was die andere Person weiß und wie sie den eigenen Hinweis deutet.

Sind Andeutungen erlaubt?

Die Regel überlässt den Gruppen, wie streng Mimik, Kommentare und Tonfall gehandhabt werden. Rezensionen sagen, jede Runde müsse die Grenze selbst ziehen, denn in manchen Gruppen wird mehr preisgegeben als erlaubt.

Förderprofil

Gedächtnis – merken, aktualisieren und gezielt erinnern
Miteinander – Regeln einhalten, abwechseln, sich in andere hineinversetzen; bei kooperativen Spielen gemeinsam gewinnen
Logik & Planen – vorausdenken, Probleme lösen und Strategien anpassen

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