So spielt es sich
Jede der 60 Karten zeigt Landschaftsfelder mit Wald, Stadt, See, Rohstoffen und Fabriken sowie eine Zahl von 1 bis 60. In zwölf Runden spielen alle eine Handkarte offen aus, auf Wunsch mit einem Rohstoff, der 60 dazuzählt. Die höchste Summe wählt zuerst eine der ausgespielten Karten. Diese Karte wird überlappend über oder unter bereits liegende Karten der eigenen Provinz gelegt; Seen bleiben sichtbar. Punkte bringen Wälder, die größte Stadt, Seen und belieferte Fabriken. Zu zweit gelten abgewandelte Regeln.
Was es fördern kann
Honshu fordert vor allem räumliches Denken: Wohin mit der Karte, damit die Stadt zusammenwächst, Wälder sichtbar bleiben und kein See verdeckt wird? Dazu kommt vorausschauendes Planen beim Bieten: Eine hohe Zahl sichert die erste Wahl, doch die eigene Karte liegt für alle bereit, und wer am höchsten bietet, spielt in der nächsten Runde zuerst. Ein Rohstoff, der das Gebot erhöht, fehlt später in der Fabrik. Bekommt man nicht die gewünschte Karte, muss man umplanen.
Besonders geeignet für
- Kinder ab 8, die gern puzzeln
- Familien, die über Einsteigerspiele hinauswollen
- Runden mit drei bis fünf Spielenden
Weniger geeignet für
- Kinder, die schnelle Action dem Grübeln vorziehen
- Wer viel Thema und Geschichte erwartet
Unser Fazit
Honshu lohnt sich für Familien, die den Einsteigerspielen entwachsen sind, und für Kinder ab 8 mit Freude am Puzzeln. Die Provinz zu legen und um die Reihenfolge zu bieten, macht die kurzen Partien reizvoll; mehrere Nominierungen zeigen die Wertschätzung. Grenzen setzen das blasse Thema, die schlichte Ausstattung und die Tatsache, dass zu zweit weniger Dynamik entsteht.
So gelingt der Einstieg
- Das Bieten an einem Beispiel zeigen: Die Zahl der Karte ist das Gebot, ein Rohstoff zählt 60 dazu, die höchste Summe darf zuerst wählen und beginnt auch die nächste Runde.
- Vorab zeigen, dass neue Karten auch unter bereits liegende geschoben werden dürfen. So bleiben Wälder und Seen sichtbar.
- Kinder auf die Rohstoff-Entscheidung hinweisen: Wer einen Rohstoff für ein höheres Gebot einsetzt, hat ihn später nicht mehr für die Fabrik.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Laut BoardGameGeek stammt Honshu von Kalle Malmioja und erschien 2016 für 2 bis 5 Personen; die Ausgabenliste von BoardGameGeek nennt eine deutsche Ausgabe 2019 bei Pegasus Spiele. Der englischsprachige Regeltext von Ultra Board Games beschreibt zwölf Runden; ein Rohstoff zählt zur Zahl der Karte 60 dazu, und wer die höchste Summe hat, wählt zuerst. Zu zweit sei Honshu weniger dynamisch, am besten laufe es zu dritt bis zu fünft, schreibt ein ausführlicher Forumsbeitrag auf BoardGameGeek; ein anderer sieht es am flüssigsten zu dritt oder viert.
Was Rezensionen sagen
Laut BoardGameGeek war Honshu 2016 für den Golden Geek als Best Card Game und 2018 für die Origins Awards als Best Card Game nominiert. Als Besprechungen liegen Beiträge im BoardGameGeek-Forum vor, keine Fachrezensionen. Ein ausführlicher Forumsbeitrag lobt das Bieten mit wechselnder Zugreihenfolge und die Legeregeln; bemängelt werden das dünne Thema und die bescheidene Produktion. Ein weiterer Beitrag nennt die Regeln leicht, die Spieldauer kurz und den Wiederspielwert hoch, die Ausstattung nur passabel. Ein Erfahrungsbericht im Forum nennt Honshu einen guten nächsten Schritt nach Einsteigerspielen, aber kein Kinderspiel im engeren Sinn.
Im Vergleich
6 nimmt! (ab 8, 2 bis 10 Personen, ca. 45 Minuten) teilt mit Honshu das Alter und den Förderbereich Logik und Planen und ergänzt ihn um Zahlen und Rechnen; gefordert sind Risikoabwägung sowie Zahlenraum und Vergleich. Wer volle Kontrolle will, ist bei 6 nimmt! weniger gut aufgehoben, denn das Glück spielt mit. Azul (ab 8, 2 bis 4 Personen, ca. 30 bis 45 Minuten) teilt mit Honshu das Alter und den Förderbereich Logik und Planen und fordert wie Honshu vorausschauendes Planen und räumliches Denken. Honshu passt zu Kindern ab 8, die gern puzzeln, zu Familien, die über Einsteigerspiele hinauswollen, und zu Runden mit drei bis fünf Spielenden; Kindern, die schnelle Action dem Grübeln vorziehen, liegt es weniger.
Quellen
- BoardGameGeek: Honshu (Spieldatenbank)
- BoardGameGeek: Honshu, Ehrungen (Spieldatenbank)
- BoardGameGeek: Honshu, Ausgaben (Spieldatenbank)
- Ultra Board Games: Honshu, Regeln (englisch)
- BoardGameGeek: Forum, ausführlicher Beitrag
- BoardGameGeek: Forum, Beitrag zu Regeln und Ausstattung
- BoardGameGeek: Forum, Erfahrungsbericht zum Einstieg
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Honshu?
Honshu ist ab 8 Jahren angegeben, gilt aber nicht als Kinderspiel im engeren Sinn, sondern als nächster Schritt nach Einsteigerspielen. Bereit ist ein Kind, wenn es gern puzzelt und Zeit zum Grübeln mag. Wer schnelle Action vorzieht, wird ungeduldig.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 30 bis 40 Minuten und umfasst zwölf Runden. Es spielen 2 bis 5 Personen gegeneinander. Zu zweit gelten abgewandelte Regeln; am besten läuft es laut Rezensionen zu dritt bis zu fünft.
Was kann Honshu fördern?
Im Zentrum stehen Logik und Planen. Jede Karte soll so liegen, dass die Stadt wächst, die Wälder unbedeckt bleiben und kein See verschwindet. Beim Bieten ist zu bedenken: Ein Rohstoff, den man fürs höhere Gebot einsetzt, fehlt dann in der Fabrik.
Bleibt Honshu auf Dauer interessant?
Eine Rezension nennt den Wiederspielwert hoch, und optionale Schlusswertungskarten bringen zusätzliche Abwechslung. Kritik gibt es am dünnen Thema und an der nur passablen Ausstattung.



