So spielt es sich
Acht verschlossene Beutel liegen auf dem Tisch, in jedem steckt ein kleines Holzspielzeug. Eine aufgedeckte Karte zeigt, welches gesucht wird. Nach dem Startruf „Verfühlt nochmal!“ tasten alle gleichzeitig Beutel um Beutel ab, ohne hineinzuschauen. Wer das Teil zu spüren glaubt, öffnet den Beutel: Passt es auf den Umriss der Karte, gibt es die Karte, sonst ist man diese Runde raus. Wer die meisten Karten hat, gewinnt.
Was es fördern kann
Kern ist das Erkennen von Gegenständen allein durch Tasten: Durch den Beutel spürt das Kind Umriss, Kanten und Größe, setzt daraus ein Ganzes zusammen und gleicht es mit dem Bild auf der Karte ab – ein Übersetzen zwischen Tastsinn und Sehen, das schwieriger ist, als es aussieht. Weil ein Fehlgriff die Runde kostet, lohnt es sich, nicht vorschnell zu öffnen. Wer beschreibt, was er fühlt, übt Wörter für Formen.
Besonders geeignet für
- Kindergartenkinder, die gern fühlen und wühlen
- Kurze Runden zu zweit mit einem Elternteil
- Gemischte Altersgruppen: Ältere tasten einhändig
Weniger geeignet für
- Kinder, die im Gerangel schnell frustriert sind
- Ältere Schulkinder – zehn Holzteile sind bald vertraut
Unser Fazit
Verfühlt nochmal lohnt sich für Kinder ab 3 Jahren, die gern in Beutel greifen und Dinge ertasten, auch für eine kurze Runde mit nur einem Elternteil. Das Ertasten und Vergleichen mit dem Kartenbild bildet den Kern, und die Anleitung nennt Abstufungen für gemischte Altersgruppen. Grenzen: Das Grundspiel ist turbulent, und ältere Schulkinder kennen die zehn Holzteile bald.
So gelingt der Einstieg
- Vorab klären, dass nicht in die Beutel geschaut und kein Beutel aus fremden Händen genommen wird.
- Bei gemischtem Alter die Älteren nur mit einer Hand tasten lassen.
- Den Startruf „Verfühlt nochmal!“ gemeinsam rufen, damit alle zugleich loslegen.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Die aktuelle HABA-Ausgabe (Art. 1304508001) ist laut Verlag für 2 bis 4 Personen ab 3 Jahren; Autor ist Heinz Meister, die Illustration stammt von Christine Faust. In der Schachtel liegen 8 Zauberbeutel, 10 Holzteile, 10 Kärtchen und 10 Blanko-Kärtchen; gespielt wird mit 8 Holzteilen in 8 verschlossenen Beuteln. Laut Spielregel tasten alle gleichzeitig, ohne hineinzusehen; die Regel kündigt an, es werde „ganz schön turbulent“ zugehen, und schlägt zum Einstieg eine ruhigere Variante vor, bei der nacheinander getastet wird. Zur Erleichterung nennt die Regel 5 bis 6 gut unterscheidbare Teile, zur Erschwernis nur eine Hand – bei gemischtem Alter tasten die Älteren einhändig – sowie eine Variante mit eigenen Gegenständen wie Korken, Münze oder Tannenzapfen auf Blanko-Karten.
Was Rezensionen sagen
Eine unabhängige Rezension ist zu Verfühlt nochmal nicht verzeichnet. HABA nennt es ein „lustiges Lernspiel“, die Ludothek Teufen führt es im Genre „Lernspiel“. Die Spielregel nennt das Erfühlen der Form „gar nicht so einfach“. Für das Spiel selbst ist keine Auszeichnung verzeichnet; Autor Heinz Meister war laut der Spiel-des-Jahres-Datenbank mit „Bärenstark“ 2002 für das Kinderspiel des Jahres nominiert.
Im Vergleich
Foto Fish (ab 4, 2 bis 4 Personen, ca. 15 Minuten) gehört wie Verfühlt nochmal zum Förderbereich Wahrnehmung und Tempo; bei Foto Fish werden visuelles Suchen und Verarbeitungstempo gefordert, bei Verfühlt nochmal die taktile Wahrnehmung. Socken zocken (ab 4, 2 bis 6 Personen, ca. 10 Minuten) teilt mit Verfühlt nochmal den Förderbereich Wahrnehmung und Tempo und fordert wie Verfühlt nochmal Impulskontrolle; wie bei Verfühlt nochmal suchen auch bei Socken zocken alle gleichzeitig. Verfühlt nochmal passt zu Kindergartenkindern, die gern fühlen und wühlen, und zu kurzen Runden zu zweit mit einem Elternteil; Kindern, die im Gerangel schnell frustriert sind, und älteren Schulkindern liegt es weniger.
Quellen
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Verfühlt nochmal?
Die Altersangabe lautet ab 3 Jahren. Bereit sind Kinder, die gern in Beutel greifen und Dinge befühlen. Ältere Schulkinder kennen die zehn Holzteile bald, was den Reiz für sie begrenzt.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 5 bis 10 Minuten. Es spielen 2 bis 4 Personen gegeneinander, und wer am Ende die meisten Kärtchen hat, gewinnt. Weil es so kurz ist, passt auch eine Runde mit nur einem Elternteil.
Was kann Verfühlt nochmal fördern?
Das Spiel kann Wahrnehmung & Tempo sowie Sprache fördern. Kinder erspüren die Form eines Teils durch den Stoff und vergleichen sie mit dem Kartenbild; wer laut beschreibt, was die Finger spüren, sammelt Begriffe für Formen.
Geht es sehr turbulent zu?
Im Grundspiel ja, denn alle suchen zeitgleich. Die Anleitung rät deshalb für den Einstieg zu einer ruhigeren Variante, bei der die Beutel der Reihe nach abgetastet werden. Das kommt Kindern entgegen, die im Durcheinander schnell die Geduld verlieren.



