So spielt es sich
Gespielt wird im Team mit 100 Zahlenkarten. In Level 1 erhält jede Person eine Karte, in Level 2 zwei und so weiter. Ohne Reihenfolge, Worte oder Zeichen müssen alle Handkarten aufsteigend auf einen Stapel wandern – wer glaubt, die niedrigste zu halten, legt sie. Liegt noch eine kleinere Karte in einer Hand, verliert das Team ein Leben. Ein Wurfstern lässt bei Einigkeit alle ihre niedrigste Karte ablegen. Ziel: alle Level schaffen (zu zweit zwölf, zu viert acht).
Was es fördern kann
Gefordert ist vor allem Impulskontrolle: Wer nach der 40 die 61 hält, muss die Spannung aushalten und warten. Dazu kommt ein Gefühl für den richtigen Moment – laut Regel synchronisiert das Team sein Zeitgefühl, gezählt wird nicht. Gefragt sind außerdem Daueraufmerksamkeit und Zahlengefühl bis 100. Und man versetzt sich in die anderen: Lange Stille kann heißen, dass niemand eine Karte dazwischen hält.
Besonders geeignet für
- Schulkinder ab 8, sicher im Zahlenraum bis 100
- Familien, die lieber miteinander als gegeneinander spielen
- Gelegenheitsspieler, die kurze Regeln mögen
Weniger geeignet für
- Unruhige Runden – es braucht Konzentration
- Taktiker, die planen und kontrollieren wollen
Unser Fazit
The Mind lohnt sich für Familien mit Schulkindern ab 8 Jahren, die als Team zusammen gewinnen oder verlieren möchten. Das Spiel wurde 2018 zum Spiel des Jahres nominiert und gewann 2019 den As d’Or; es lebt von der Spannung in der Stille. Grenzen: Es spaltet die Meinungen, braucht eine ruhige Runde und bietet kaum Strategie.
So gelingt der Einstieg
- Level und Leben richten sich nach der Spielerzahl: Zu zweit sind zwölf, zu dritt zehn, zu viert acht Level zu schaffen, und es gibt so viele Leben wie Mitspielende.
- Den Wurfstern vorab erklären: Er wird mit erhobener Hand vorgeschlagen, und bei Zustimmung aller legt jede Person ihre niedrigste Karte ab.
- Statt Sekunden mitzuzählen, auf die anderen achten und auch lange Pausen deuten, denn diese verraten etwas über die Karten in den Händen.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Die Schachtel enthält 100 Zahlenkarten sowie Leben und Wurfsterne (französisch étoiles à lancer, italienisch stelle ninja). Zu zweit sind zwölf Level zu schaffen, zu dritt zehn, zu viert acht, mit 2, 3 beziehungsweise 4 Leben. Für den Wurfstern hebt man die Hand; stimmen alle zu, legt jede Person ihre niedrigste Karte ab. Zur Konzentration sieht die Regel vor, die Hand flach auf den Tisch zu legen; „Stopp“ darf jederzeit gesagt werden.
Was Rezensionen sagen
Die Jury Spiel des Jahres nominierte The Mind 2018 neben Luxor; Gewinner war Azul. Ihr Urteil: „Eine erstaunliche Erfahrung, die jeder Spieler mal gemacht haben sollte“. Beim As d’Or 2019 gewann The Mind die Kategorie Jeu de l’année (Grand Public); ausgezeichnet wurde die französische Ausgabe von Oya. Reich der Spiele rühmt die berauschende Spannung; das Spiel sei in wenigen Minuten erklärt und packe auch Nicht- und Gelegenheitsspieler, könne aber frustrieren, wenn das Team nicht zusammenfindet. Auf brettspiele-report.de heißt es, ob es Spaß mache, hänge von den Spielern ab; von Strategie könne man nicht reden. Tabletop Gaming sieht kaum Strategie, es gehe darum, die anderen und lange Pausen zu lesen, und das Spiel spalte die Meinungen.
Im Vergleich
Ciao Ciao (ab 8, 2 bis 4 Personen, 25 bis 30 Minuten) teilt mit The Mind das Förderprofil Impulskontrolle und Miteinander; beide verlangen, sich in andere hineinzuversetzen. Es lebt aber vom Bluffen und Zweifeln, passt zu Schulkindern, die Bluffspiele mögen, und stört Taktikfans mit dem Würfelglück. Geistesblitz (ab 8, 2 bis 8 Personen, ca. 20 Minuten) fordert wie The Mind Impulskontrolle, dazu kognitive Flexibilität sowie Wahrnehmung und Tempo. Es eignet sich für Schulkinder ab 8, die Reaktionsspiele mögen, weniger für bedächtige Kinder, die unter Zeitdruck blockieren. The Mind passt dagegen zu Familien, die lieber miteinander als gegeneinander spielen, weniger zu Taktikern, die planen und kontrollieren wollen.
Quellen
- Wikipedia (deutsch): The Mind
- NSV: Spielregel, französisch (PDF)
- NSV: Spielregel, italienisch (PDF)
- NSV: Spielregel, deutsch (PDF)
- Spiel des Jahres: The Mind
- Festival des Jeux Cannes: Palmarès As d’Or
- Wikipedia (englisch): As d’Or
- Reich der Spiele (Rezension)
- brettspiele-report.de (Rezension)
- Tabletop Gaming (Rezension, englisch)
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich The Mind?
Die Altersangabe lautet ab 8 Jahren. Bereit sind Kinder, die mit Zahlen bis 100 vertraut sind und Spannung aushalten, ohne vorschnell zu legen. Für unruhige Runden und für Kinder, die gern planen und kontrollieren, passt es weniger.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Es spielen 2 bis 4 Personen gemeinsam als Team; zu zweit sind zwölf Level zu schaffen, zu dritt zehn, zu viert acht. Alle gewinnen oder verlieren zusammen.
Was kann The Mind fördern?
Das Spiel kann Impulskontrolle und Miteinander fördern. Wer eine hohe Karte hält, muss geduldig warten, bis der Moment gekommen scheint, und das Team gleicht sein Zeitgefühl ab, ohne Zeichen oder Worte.
Darf man sich absprechen?
Nein. Worte, Zeichen und Absprachen sind tabu; wer glaubt, die niedrigste Karte zu halten, legt sie. Für den Wurfstern hebt man die Hand, und wenn alle zustimmen, legen alle ihre niedrigste Karte ab.



