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ab 8 J. · ★ 4,2

Ciao Ciao

Über die wackelige Hängebrücke bluffen: ehrlich ziehen oder mogeln? Wer erwischt wird, verliert ein Männchen – ein nervenstarkes Würfel-Bluffspiel.

So spielt es sich

Jede Farbe hat sieben Holzfiguren, eine davon steht stets auf der maroden Brücke über dem Sumpf. Der Sonderwürfel (1–4, zwei Kreuze) bleibt im Becher: Man würfelt verdeckt, nennt eine Zahl und zieht, wenn niemand zweifelt – nach einem Kreuz ist Schwindeln Pflicht. Wer zweifelt, lässt nachsehen: Beim Lügner stürzt die Figur ab, sonst die des Zweiflers; wer recht behält, rückt um die genannte Zahl vor. Wer zuerst drei Figuren auf die Siegertreppe bringt, gewinnt; sonst zählen Punkte.

Was es fördern kann

Wer zweifeln will, muss sich in den anderen hineinversetzen: Hat sie eine Vier, oder klingt sie nur so sicher? Das fordert Perspektivenübernahme, auch wenn Mimik und Tonfall unsichere Hinweise bleiben. Impulskontrolle braucht es doppelt: beim Bluffen ruhige Miene, beim Zweifeln kein Schnellschuss. Dazu kommt Risikoabwägung: Zwei von sechs Würfelseiten sind Kreuze, im Schnitt erzwingt also jeder dritte Wurf einen Bluff; je höher die Ansage, desto mehr steht auf dem Spiel.

Perspektivenübernahme●●●●●
Impulskontrolle●●●●●
Risikoabwägung●●●●●
Stimmen aus der Community: Alex Randolphs Bluffspiel erschien 1997 bei Drei Magier Spiele, 2013 neu bei Drei Hasen in der Abendsonne; den Japan Boardgame Prize 2013 (Jurykategorie) gewann Ciao Ciao. Rezensionen loben das Material, die einfachen Regeln und den Spaß in Familienrunden; kritisiert werden der hohe Glücksanteil und schwer lesbare Bluffs unter Fremden.
Unser Tipp für Eltern: Vorher klären: Bluffen gehört zur Spielregel, nicht in den Alltag. Nach der Partie erzählen alle, warum sie geglaubt oder gezweifelt haben.

Besonders geeignet für

  • Schulkinder, die Bluffspiele mögen
  • Generationenrunden zu dritt oder zu viert
  • Kinder, die gern Mitspielende einschätzen

Weniger geeignet für

  • Kinder, denen Lügen auch im Spiel widerstrebt
  • Taktikfans – das Würfelglück wiegt schwer

Unser Fazit

Ciao Ciao lohnt sich für Familien, in denen Kinder ab 8 gern bluffen und die anderen einschätzen, besonders in Runden über mehrere Generationen. Die Stärke: einfache Regeln und viel Spaß am Familientisch. Grenzen setzen das große Würfelglück, Bluffs, die unter Fremden kaum zu lesen sind, und Kinder, die auch im Spiel nicht flunkern mögen.

So gelingt der Einstieg

  • Vor der ersten Partie einmal zeigen, was beim Zweifeln geschieht: Fliegt ein Bluff auf, verliert die ansagende Person eine Figur, ansonsten die zweifelnde.
  • Als Faustregel mitgeben: Wer bei einer hohen Zahl richtig zweifelt, rückt entsprechend weit vor; wer beim Bluffen erwischt wird, verliert dagegen immer eine Figur.

Im Detail

Varianten und Spielerzahl

Laut der deutschen Wikipedia erschien das Spiel von Alex Randolph 1997 bei Drei Magier Spiele und 2013 bei Drei Hasen in der Abendsonne. Zur Ausgabe von Drei Hasen gehören laut Verlag 28 Spielfiguren aus Buchenholz in vier Farben, ein Würfelbecher und ein Sonderwürfel. Laut einer Regelzusammenfassung von RulesPal nach dem englischen Regelheft hat jede Person sieben Figuren, und nach einem Kreuz ist Bluffen Pflicht. Die Spieldatenbank spielen.de nennt es besonders gut mit vier Personen.

Was Rezensionen sagen

Als Auszeichnung nennt der Verlag den Japan Boardgame Prize 2013; die japanische Wikipedia führt Ciao Ciao in dessen Jurykategorie. Cliquenabend (Andreas Buhlmann) lobt schönes Spielmaterial, einfache Regeln und viel Spaß in Familien- und Generationenrunden, nennt es aber ein glücksbetontes Bluffspiel; dort heißt es auch: „Ein schönes Bluffspiel für die ganze Familie“. Einzelne Spielerberichte auf der japanischen Datenbank Bodoge nennen sehr einfache Regeln und keine Leerlaufzeit in fremden Zügen, kritisieren aber den hohen Glücksanteil und Bluffs, die unter Fremden schwer zu lesen seien. Ein Spieler dort weist darauf hin, dass eine hohe Ansage bei aufgedecktem Bluff dem Gegenüber entsprechend viele Felder schenke.

Im Vergleich

Captain Flip (ab 8, 2 bis 5 Personen, ca. 20 Minuten) fordert wie Ciao Ciao Impulskontrolle, dazu Logik und Planen; jeder Zug ist eine kleine Entscheidung unter Unsicherheit. Strategiefans, die wenig Zufall mögen, sind dort ebenso weniger gut aufgehoben wie Taktikfans bei Ciao Ciao. Hol’s der Geier (ab 8, 2 bis 5 Personen, ca. 20 Minuten) fordert wie Ciao Ciao Perspektivenübernahme, Risikoabwägung und Impulskontrolle; als weiteren Förderbereich hat Ciao Ciao Miteinander, Hol’s der Geier dagegen Logik und Planen. Es eignet sich für gemischte Runden, in denen alle gleich starten; zu zweit lebt es weniger. Ciao Ciao passt zu Schulkindern, die Bluffspiele mögen, und zu Generationenrunden zu dritt oder zu viert.

Quellen

Häufige Fragen

Ab welchem Alter eignet sich Ciao Ciao?

Ciao Ciao ist ab 8 Jahren angegeben. Bereit ist ein Kind, wenn es Bluffen als Spielregel vom Alltag trennt und gern abschätzt, ob die anderen die Wahrheit sagen. Wem schon das Flunkern im Spiel widerstrebt, hat weniger Freude daran.

Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?

Eine Partie dauert etwa 25 bis 30 Minuten. Es spielen 2 bis 4 Personen gegeneinander, am besten zu viert. Das Spiel endet, sobald jemand drei Figuren im Ziel hat, sonst werden Punkte gezählt; Leerlauf gibt es in fremden Zügen kaum.

Was kann Ciao Ciao fördern?

Das Spiel kann Impulskontrolle und Miteinander im Sinn des Sich-Hineinversetzens fördern. Wer bluffen will, braucht eine ruhige Miene, wer zweifelt, einen kühlen Kopf statt eines Schnellschusses. Hohe Ansagen bringen mehr Gewinn, bergen aber auch mehr Risiko.

Muss man bei Ciao Ciao schwindeln?

Ja, aber nur nach Spielregel: Bei einem Kreuz auf dem Würfel ist Schwindeln Pflicht, im Schnitt bei jedem dritten Wurf. Gesicht und Stimme verraten Lügen nur unzuverlässig. Ob eine Ansage stimmt, lässt sich also nicht sicher ablesen.

Förderprofil

Impulskontrolle – abwarten können, genau hinschauen und im richtigen Moment reagieren
Miteinander – Regeln einhalten, abwechseln, sich in andere hineinversetzen; bei kooperativen Spielen gemeinsam gewinnen

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