So spielt es sich
Die älteste Person deckt eine der 10 Themenkarten auf und nennt dazu ein Thema, etwa „Lovestory“. Reihum deckt man eines der 50 Motive auf, legt es auf das vorige und erzählt weiter. Wer glaubt, die anderen wüssten die Reihenfolge nicht mehr, beendet die Geschichte und dreht den Stapel um: Die anderen nennen gemeinsam alle Motive der Reihe nach, bevor die Sanduhr abläuft. Gelingt das, erhalten sie je eine Karte, sonst der Herausforderer zwei. Wer zuerst fünf hat, gewinnt.
Was es fördern kann
Im Zentrum steht das Gedächtnis: Jede neue Karte verdeckt die vorige, die wachsende Bilderreihe muss im Kopf bleiben. Das Erzählen dient als Eselsbrücke: Wer nahtlos anknüpft und etwa Queen und Eiffelturm sinnvoll verbindet, behält die Reihenfolge leichter. Wann beenden? Eine Risikoabwägung: Wer zu früh herausfordert, schenkt jedem anderen eine Karte. Nach einigen Runden stören frühere Abfolgen; sie auszublenden, fordert zusätzlich die Inhibition.
Besonders geeignet für
- Erzählfreudige Kinder ab 8 mit Sinn für Unsinn
- Kurzer Auftakt oder Abschluss eines Spieleabends
- Unterwegs: nur Karten und eine Sanduhr
Weniger geeignet für
- Kinder, die ungern vor anderen frei erzählen
- Zweierrunden – lebendiger ab drei Personen
Unser Fazit
Storiez lohnt sich für erzählfreudige Kinder ab 8 und als kleiner Einstieg oder Ausklang eines Spieleabends: Wer eine wachsende Bilderreihe zu einer Geschichte verknüpft, behält sie leichter im Kopf. Stark sind die einfachen Regeln und der Reiz der Sanduhr. Grenzen setzen die Pflicht zum freien Erzählen, wiederholte Motive bei häufigem Spielen und schwächere Zweierrunden.
So gelingt der Einstieg
- Das Beenden einmal vorführen: Der Stapel wird umgedreht, und die Gruppe zählt gemeinsam die Motive in der richtigen Abfolge auf, solange die Sanduhr läuft.
- Vor dem Herausfordern abwägen: Gelingt es den anderen, erhält jede dieser Personen eine Karte, sonst bekommt der Herausforderer zwei.
- Wird es zu leicht, die Variante der Anleitung nutzen, bei der die Motive reihum von jeweils einer einzigen Person benannt werden.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Laut Spielanleitung von AMIGO (Version 1.0, 2018) gehören 10 Themen, 50 Motive und eine Sanduhr von ca. 90 Sekunden zum Spiel, das für 2 bis 5 Personen ab 8 Jahren gedacht ist; Autor ist Jürgen Heel, die Illustrationen stammen von Jan Bintakies. Als Variante nennt die Anleitung, dass reihum nur je eine Person das nächste Motiv nennt.
Was Rezensionen sagen
Reich der Spiele (Oktober 2018) nennt Storiez ein lustiges, kurzweiliges Kartenspiel mit einfacher, übersichtlicher Regel; manche Motive könnten jüngere Kinder noch nicht einordnen, daher eher ab 8. Brettspielblog.ch (Juli 2019) hält Storiez für die Schule geeignet und sieht einen großen Lerneffekt mit Bild und Geschichte; man müsse aber Geschichtenerfinden mögen, und den richtigen Zeitpunkt zum Unterbrechen zu finden sei schwer. Brettspielblog.ch nennt 3 bis 5 als beste Spielerzahl, zu zweit „geht so“. Brettspielbox (November 2018) kritisiert unnötige Siegpunkte, bei häufigem Spielen zu wenige Karten und gleich klingende Geschichten; ohne Erzählbereitschaft der Gruppe verpuffe der Spaß. Spieletest.at (Februar 2019) sieht einen guten Mix aus Kreativität und Erinnern, geeignet als Eisbrecher oder Absacker, bemängelt aber, dass man nach einigen Runden alle Karten kennt.
Im Vergleich
Es war einmal (ab 8, 2 bis 6 Personen, ca. 30 Minuten) teilt mit Storiez den Bereich Sprache; in beiden wird eine Geschichte entlang vorgegebener Begriffe oder Bilder erzählt, dazu kommen bei Es war einmal Logik und Planen sowie Flexibilität, bei Storiez das Gedächtnis. Beide liegen Kindern weniger, die ungern vor anderen sprechen oder frei erzählen. Just One (ab 8, 3 bis 7 Personen, ca. 20 Minuten) teilt mit Storiez den Bereich Sprache, nutzt aber Hinweise zu einem Begriff statt einer Geschichte. Just One ist erst ab drei Personen spielbar, Storiez schon zu zweit, lebendiger aber ab drei.
Quellen
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Storiez?
Storiez ist ab 8 Jahren angegeben; laut einer Rezension können jüngere Kinder manche Motive noch nicht einordnen. Bereit ist ein Kind, das gern Unsinn erfindet und sich traut, vor anderen zu erzählen; wer das ungern tut, hat weniger Freude.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 15 Minuten. Es spielen 2 bis 5 Personen halb gegeneinander, halb gemeinsam, denn die Gruppe erinnert sich zusammen; zu dritt bis zu fünft klappt es am besten.
Was kann Storiez fördern?
Storiez kann Sprache und Gedächtnis fördern. Die neueste Karte liegt jeweils auf der alten, die ganze Reihe muss dennoch im Kopf bleiben, und das Weitererzählen dient als Eselsbrücke, etwa wenn Queen und Eiffelturm zu einer Szene verbunden werden.
Was, wenn ein Kind nicht gern frei erzählt?
Für die Wertung zählt allein das Erinnern, nicht die Qualität der Geschichte, sodass ein kurzer Satz je Bild genügt. Ohne Erzähllust der Gruppe verpufft der Spaß allerdings, wie Rezensionen anmerken.



