So spielt es sich
Jede der 60 Karten zeigt eines von sechs Motiven, etwa Stern oder Haus, ein- bis fünfmal in einer von sechs Farben. Beide erhalten 30 Karten als Stapel, legen die oberste verdeckt in die Mitte und nehmen drei auf die Hand. Auf Kommando werden beide Startkarten aufgedeckt; nun legen beide gleichzeitig Handkarten darauf, sofern Motiv, Farbe oder Anzahl übereinstimmt. Nachziehen ist jederzeit erlaubt, nie über drei Karten hinaus. Wer zuerst Stapel und Hand geleert hat, gewinnt.
Was es fördern kann
Jede Handkarte wird mit zwei Stapeln und drei Merkmalen abgeglichen: Fünf gelbe Häuser passen auf fünf rote Sterne, weil die Anzahl stimmt, auf zwei grüne Ballons nicht. Welches Merkmal zählt, wechselt ständig – das fordert kognitive Flexibilität und geteilte Aufmerksamkeit. Da das Gegenüber die obersten Karten laufend ändert, heißt es neu hinschauen und begonnene Bewegungen notfalls stoppen: Impulskontrolle im Kleinen. Über allem steht das Verarbeitungstempo.
Besonders geeignet für
- Flinke Kinder ab 6, die Tempo lieben
- Kinder, denen Warten auf ihren Zug schwerfällt
- Kurze Duelle, auch Eltern gegen Kind
Weniger geeignet für
- Kinder, die unter Zeitdruck blockieren oder verzweifeln
- Gruppen – reines Zweierspiel
Unser Fazit
Speed lohnt sich für flinke Kinder ab 6 und für Eltern, die zu zweit ein schnelles Duell suchen: Die Regel ist in Sekunden erklärt, und nach einer Partie folgt meist die Revanche. Grenzen setzen die Hektik mit Gerangel um denselben Stapel, rasch abgenutzte Karten und das reine Zweierspiel; wer unter Zeitdruck blockiert, wird damit nicht froh.
So gelingt der Einstieg
- Zum Start je ein Beispiel zeigen: Ein übereinstimmendes Merkmal genügt, also Motiv, Farbe oder Anzahl.
- Daran erinnern, dass jederzeit nachgezogen werden darf, jedoch nie über drei Handkarten hinaus.
- Am Tisch auf gutes Licht achten, denn Blau, Grün und Violett sind bei schwachem Licht schwer zu unterscheiden.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
Laut Adlung legen zwei Personen gleichzeitig Karten ab, und mindestens ein Merkmal muss übereinstimmen. Beide erhalten 30 Karten, legen die oberste verdeckt in die Mitte und nehmen drei auf die Hand. Nachgezogen werden darf laut der Datenbank des Spiels des Jahres jederzeit, nie aber über drei Karten auf der Hand. Laut Wikipedia gewinnt, wer zuerst alle Karten abgelegt hat (bei Superfred: Stapel und Hand); für zu einfache Partien nennt Superfred nur einen Ablegestapel.
Was Rezensionen sagen
Speed stand 1996 auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres; laut Wikipedia erhielt es 1997 den As d’Or in der Kategorie Jeu Junior. Költringer (Salzburger Nachrichten) hält die Regel nach 20 bis 40 Sekunden für verstanden und spricht von einem Sog zur nächsten Runde. mit80 nennt es in zwanzig Sekunden erklärt, doch die Aufmerksamkeit auf drei Merkmale falle nicht leicht und Hektik führe oft zu Denkblockaden. Cliquenabend findet es zu hektisch für regelmäßiges Spielen, vermerkt aber, dass oft gleich weitere Partien folgen. brettspielblog.ch beschreibt Hirn-Hand-Koordination und Partien, die meist nicht lange dauern; ein Leserkommentar dort hält Streit für möglich, wenn Karten fast gleichzeitig auf einem Stapel landen.
Im Vergleich
Avocado Smash (ab 6, ab 2 Personen, ca. 10 Minuten) teilt mit Speed Alter und den Förderbereich Wahrnehmung und Tempo und ergänzt Impulskontrolle sowie Zahlen und Rechnen. Es passt zu lebhaften Familienrunden und zu Kindern, die das Zählen bis 15 üben, weniger zu ruhigen Abenden. Twin it! (ab 6, 2 bis 6 Personen, ca. 5 bis 10 Minuten) teilt mit Speed Alter und den Förderbereich Wahrnehmung und Tempo, lässt aber bis zu sechs mitspielen, auch altersgemischt. Speed (ab 6, 2 Personen, 3 bis 5 Minuten) ist ein reines Zweierspiel für flinke Kinder ab 6, die Tempo lieben, und für kurze Duelle, auch Eltern gegen Kind; Kinder, die unter Zeitdruck blockieren, sind hier weniger gut aufgehoben.
Quellen
- Adlung: Speed (Verlagsseite)
- Spiel des Jahres: Speed (Spieledatenbank)
- Wikipedia (deutsch): Spiel des Jahres – Auswahlliste
- Wikipedia (französisch): As d’Or
- Superfred (Rezension)
- Cliquenabend (Rezension)
- brettspielblog.ch (Rezension)
- mit80 (Rückblick)
- Salzburger Nachrichten: Spieletest von Költringer (via Luding)
- Wikipedia (deutsch): Speed (Kartenspiel)
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich Speed?
Speed ist ab 6 Jahren angegeben. Bereit ist ein Kind, das Motiv, Farbe und Anzahl rasch vergleicht und bei Tempo nicht verzweifelt; eine Rezension hält die Aufmerksamkeit auf drei Merkmale zugleich für nicht leicht.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert nur 3 bis 5 Minuten. Es spielen genau 2 Personen gleichzeitig gegeneinander, und gewonnen hat, wer zuerst alle Karten losgeworden ist; für Gruppen ist Speed nicht gedacht.
Was kann Speed fördern?
Speed kann Wahrnehmung und Tempo sowie Flexibilität fördern. Jede Handkarte wird an zwei Stapeln auf Motiv, Farbe oder Anzahl geprüft, wobei das passende Merkmal ständig wechselt und begonnene Bewegungen gestoppt werden müssen.
Was, wenn ein Elternteil viel schneller ist?
Der schnellere Part kann sich bremsen und nur auf einen der beiden Stapel legen. In den ersten Runden lohnt es sich zudem, langsam zu spielen und laut zu sagen, was passt.



