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Pandemic – Produktbild
ab 10 J. · ★ 3,9

Pandemic

Gemeinsam gegen vier ausbrechende Seuchen: Heilmittel finden, bevor die Welt kippt – kooperative Strategie mit echtem Nervenkitzel.

So spielt es sich

Auf einer Weltkarte breiten sich vier Seuchen als farbige Würfel aus; jede Person hat eine Sonderrolle. Am Zug gibt es vier Aktionen, etwa reisen, Würfel entfernen oder Stadtkarten weitergeben. Fünf Stadtkarten einer Farbe, abgegeben in einem Forschungszentrum, ergeben ein Gegenmittel. Danach zieht man zwei Spielerkarten, mitunter mit Epidemie, und infiziert Städte. Wäre ein vierter Würfel fällig, bricht die Seuche stattdessen in die Nachbarstädte aus. Das Team siegt mit vier Gegenmitteln und verliert bei acht Ausbrüchen, fehlenden Würfeln oder aufgebrauchtem Spielerstapel.

Was es fördern kann

Pandemic verlangt Planen im Team: Alle Züge sollen ineinandergreifen, und vieles bleibt im Kopf – wo drohen Ausbrüche, wer sammelt welche Farbe? Eine fürs Gegenmittel nötige Stadtkarte nicht für einen bequemen Flug zu verbrauchen, verlangt Impulskontrolle. Nach einer Epidemie landen die bereits infizierten Städte gemischt zuoberst im Infektionsstapel – gerade befallene sind bald wieder dran. Wer das einrechnet, wägt Risiken ab. Weil alle mitreden, aber die Person am Zug entscheidet, üben Kinder, Vorschläge zu begründen.

Vorausschauendes Planen●●●●●
Teamabsprache●●●●●
Risikoabwägung●●●●●
Stimmen aus der Community: Unter dem früheren Titel „Pandemie“ war es 2009 zum Spiel des Jahres nominiert und belegte beim Deutschen Spiele Preis 2009 Platz 3. Rezensionen loben Spannung und Thema, manche nennen es einen modernen Klassiker. Kritik: Eine dominante Person kann allen die Entscheidungen abnehmen, erste Partien können frustrieren.
Unser Tipp für Eltern: Die ersten Partien als Einführungsspiel mit vier Epidemiekarten und offenen Handkarten spielen. Jedes Kind entscheidet in seinem Zug selbst – Erwachsene beraten nur.

Besonders geeignet für

  • Kinder ab 10, die gern vorausdenken
  • Familien, die lieber miteinander spielen
  • Einstieg in anspruchsvollere Kooperationsspiele

Weniger geeignet für

  • Runden, in denen jemand gern bestimmt
  • Kinder, die Niederlagen schwer verkraften

Unser Fazit

Pandemic lohnt sich für Familien mit Kindern ab zehn, die gern gemeinsam tüfteln und lieber gegen das Spiel als gegeneinander antreten. Die Stärke ist die Spannung, wenn sich Seuchen ausbreiten und das Team seine Züge abstimmen muss. Grenzen setzen Mitspielende, die gern bestimmen, und Kinder, die Niederlagen schlecht verkraften.

So gelingt der Einstieg

  • Vor jedem Zug kurz gemeinsam beraten und dann die Person am Zug entscheiden lassen. So bleibt der Plan gemeinsam, und jedes Kind übt, Vorschläge zu begründen.
  • Zum Kennenlernen reicht die Einführungsvariante mit vier Epidemiekarten und offen ausgelegten Handkarten.
  • Nach einer Epidemie sind die gerade befallenen Städte bald wieder an der Reihe; dort rechtzeitig vorzubeugen, erspart später Ausbrüche.

Im Detail

Varianten und Spielerzahl

Pandemic stammt von Matt Leacock; die deutsche Erstausgabe erschien bei Pegasus unter dem Titel „Pandemie“, die Neuauflage seit 2013 bei Z-Man (Vertrieb Asmodee), seit 2020 unter dem Namen „Pandemic“. Die aktuelle deutsche Ausgabe enthält unter anderem 59 Spielerkarten, 48 Infektionskarten, 96 Seuchenwürfel und sechs Forschungszentren. Für die ersten Partien rät das Regelheft zu vier Epidemiekarten, im Einführungsspiel werden die Karten offen ausgelegt. Jede Person erhält eine Spezialrolle; der Wissenschaftler etwa braucht nur vier Karten für ein Gegenmittel.

Was Rezensionen sagen

Die Jury des Spiels des Jahres nominierte „Pandemie“ 2009; Sieger wurde Dominion, und beim Deutschen Spiele Preis 2009 folgte Pandemie auf Platz 3 hinter Dominion und Le Havre. Nach der englischen Wikipedia nennt Ars Technica Pandemic einen modernen Klassiker; als Hauptkritik gilt dort das „Quarterbacking“, bei dem eine dominante Person alle anderen steuert. Reich der Spiele schrieb 2009, das Thema sei beklemmend umgesetzt und die Ausbreitung der Seuchen sorge für Spannung; geeignet sei es für größere Kinder und Familien. Kritisiert werden dort ein Anführer-Problem und erste Partien, die die Frustgrenze erreichen.

Im Vergleich

Sky Team (ab 10, nur zu zweit, ca. 15–20 Minuten) teilt mit Pandemic die Förderbereiche Miteinander und Logik & Planen und fordert wie dieses vorausschauendes Planen. Weil über Würfelzahlen nicht gesprochen werden darf, wird dort jeder gesetzte Würfel zur Botschaft; während Pandemic bis zu vier Personen trägt, taugt Sky Team nur zu zweit. Paleo (ab 10, 2 bis 4 Personen, ca. 45–60 Minuten) hat dieselben zwei Förderbereiche und dieselbe Spielerzahl wie Pandemic und fordert wie dieses vorausschauendes Planen, Teamabsprache und Risikoabwägung. Wie bei Pandemic ist es nichts für Kinder, die Scheitern schwer wegstecken, und der Einstieg braucht Zeit.

Quellen

Häufige Fragen

Ab welchem Alter eignet sich Pandemic?

Pandemic ist ab 10 Jahren angegeben. Bereit ist ein Kind meist, wenn es eine verlorene Partie wegsteckt und beim gemeinsamen Plan bleibt, auch wenn ein bequemer Zug lockt.

Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?

Eine Partie dauert etwa 45 Minuten, es spielen 2 bis 4 Personen. Alle bilden ein Team gegen das Spiel und gewinnen, sobald gegen alle vier Seuchen ein Gegenmittel gefunden ist.

Was kann Pandemic fördern?

Pandemic kann das Miteinander sowie Logik und Planen stärken. Wer eine Stadtkarte fürs Gegenmittel aufspart, statt bequem zu fliegen, plant über mehrere Züge hinaus und stimmt sich mit den anderen ab.

Was, wenn eine Person alles bestimmen will?

Diese Kritik taucht in mehreren Besprechungen auf: Einer lenkt, die anderen führen aus. Laut Regelheft beraten alle frei, entschieden wird aber von der Person, die gerade am Zug ist.

Förderprofil

Miteinander – Regeln einhalten, abwechseln, sich in andere hineinversetzen; bei kooperativen Spielen gemeinsam gewinnen
Logik & Planen – vorausdenken, Probleme lösen und Strategien anpassen

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