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Ligretto – Produktbild
ab 8 J. · ★ 4,2 · Tipp der Redaktion

Ligretto

Alle spielen gleichzeitig: Karten in Windeseile in der Mitte ablegen – Tempo, Übersicht, flinke Hände.

So spielt es sich

Jede Person hat 40 eigene Karten: 1 bis 10 in vier Farben. Offen ausgelegt werden eine Reihe aus drei bis fünf Karten und der Ligretto-Stapel mit zehn Karten; den Rest deckt man aus der Hand in Dreierschritten auf. Alle spielen gleichzeitig: Einsen eröffnen Stapel in der Tischmitte, darauf folgen gleichfarbig 2 bis 10. Wer den Ligretto-Stapel leert, ruft „Ligretto Stop!“. Jede eigene Karte in der Mitte zählt plus eins, jede im Ligretto-Stapel verbliebene minus zwei. Es gewinnt, wer die meisten Punkte hat.

Was es fördern kann

Im Zentrum steht geteilte Aufmerksamkeit: Die eigenen offenen Karten werden laufend mit allen Stapeln der Mitte abgeglichen, die sich ständig verändern. Das verlangt visuelles Suchen in hohem Tempo: Wo liegt eine gelbe 6 für meine gelbe 7? War jemand schneller, muss die Hand mitten in der Bewegung stoppen – Auge-Hand-Koordination samt Impulskontrolle. Dazu kommt, im Trubel das eigentliche Ziel nicht zu vergessen: den Ligretto-Stapel leeren.

Geteilte Aufmerksamkeit●●●●●
Verarbeitungstempo●●●●●
Auge-Hand-Koordination●●●●●
Stimmen aus der Community: Ligretto stammt von Michael Michaels, erschien 1988 und wird seit 2000 von Schmidt Spiele verlegt. Rezensionen loben die einfachen Regeln, das Spiel ohne Wartezeiten und Runden vom Kind bis zu den Großeltern. Kritisiert werden Hektik, wenig Strategie und dünne Karten, die rasch knicken.
Unser Tipp für Eltern: Sind Erwachsene deutlich schneller, bekommen Kinder nur acht oder neun Karten in den Ligretto-Stapel. Für Geübte bietet die Anleitung eine Profi-Variante mit der Reihe als Zwischenspeicher.

Besonders geeignet für

  • Reaktionsschnelle Kinder ab 8 und Familien
  • Kinder, denen Warten auf ihren Zug schwerfällt
  • Feste: drei verschiedenfarbige Schachteln reichen für zwölf

Weniger geeignet für

  • Kinder, die unter Zeitdruck blockieren
  • Taktikfans – Tempo zählt mehr als Planung

Unser Fazit

Ligretto lohnt sich für Kinder ab 8 Jahren mit schnellen Reaktionen und für Familien, die ein einfaches Spiel ohne Wartezeiten suchen: Alle spielen gleichzeitig, mehrere Generationen können mithalten. Grenzen sind das Tempo, das mehr zählt als Planung, die Hektik, bei der manche Kinder blockieren, und die dünnen Karten, die rasch knicken.

So gelingt der Einstieg

  • Beim Erklären gleich zeigen, dass ein frei gewordener Platz in der Reihe sofort vom Ligretto-Stapel aufgefüllt werden darf.
  • Im Trubel gerät das eigentliche Ziel leicht aus dem Blick: Vor dem Start nennen, dass der Ligretto-Stapel leer werden muss.

Im Detail

Varianten und Spielerzahl

Wie lang die offene Reihe ist, hängt laut Regel von der Runde ab: Zu viert liegen drei Karten aus, zu dritt vier und zu zweit fünf. Jede Schachtel enthält vier Sätze zu je 40 Karten. Die Ausgaben in Rot, Blau und Grün sind je für vier Personen gedacht, zusammen reichen sie für zwölf. In der Profi-Variante dient die Reihe als Zwischenspeicher: Dort wird absteigend gelegt, und direkt aufeinanderfolgende Karten müssen verschiedene Farben haben. Erschienen ist Ligretto 1988 zunächst als „Legretto“ bei Rosengarten Spiele.

Was Rezensionen sagen

Spieletest.at nennt Ligretto ein verblüffend einfaches, fesselndes Spiel. In den Lesermeinungen dort wird geschätzt, dass niemand lange auf seinen Zug wartet, dass es schnell erklärt ist und dass Eltern und jüngere Geschwister mitspielen. Kritisiert werden Karten, die in der Hektik knicken, und wenig taktischer Tiefgang. Hall9000 beschreibt ein im Prinzip sehr einfaches Hektikspiel, das die Auge-Hand-Koordination fordert. Auch diese Rezension bemängelt dünne Karten, die oft knicken. In den Leserstimmen spielen Kinder und Oma mit, andere stören sich am Chaos und an der fehlenden Strategie.

Im Vergleich

Würfel-Ligretto (ab 8, 2 bis 4 Personen, ca. 20 Minuten) fordert dieselben Bereiche, Wahrnehmung und Tempo sowie Feinmotorik, dauert aber länger. Dort entscheiden Wurfglück und Tempo, Taktikfans werden also auch hier kaum glücklich. Es eignet sich als Hektikrunde zum Abschluss des Spieleabends. Speed (ab 6, 2 Personen, 3 bis 5 Minuten) verlangt wie Ligretto Verarbeitungstempo und geteilte Aufmerksamkeit und kommt Kindern entgegen, denen Warten auf ihren Zug schwerfällt. Es passt zu flinken Jüngeren und kurzen Duellen, auch Eltern gegen Kind, ist aber ein reines Zweierspiel. Für Dreier- und Viererrunden und große Feste bleibt Ligretto die naheliegende Wahl.

Quellen

Häufige Fragen

Ab welchem Alter eignet sich Ligretto?

Ligretto ist ab 8 Jahren angegeben. Ein Kind ist bereit, wenn es mehrere Stapel gleichzeitig im Blick behält und aushält, dass andere schneller sind; wer unter Zeitdruck blockiert, hat meist wenig Freude.

Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?

Eine Partie dauert etwa 10 Minuten. Es spielen 2 bis 4 Personen gleichzeitig gegeneinander, ohne Wartezeiten; mit mehreren Schachteln sind bis zu zwölf Personen möglich.

Was kann Ligretto fördern?

Das Spiel kann Wahrnehmung und Tempo sowie die Feinmotorik fördern. Zum Beispiel werden die eigenen offenen Karten laufend mit den Stapeln der Mitte verglichen, und die Hand wird zurückgehalten, wenn eine andere Person schneller war.

Können Erwachsene und Großeltern mitspielen?

Ja, Rezensionen und Leserstimmen berichten von Runden mit Eltern, jüngeren Geschwistern und Oma. Weil alle gleichzeitig spielen, muss niemand auf seinen Zug warten, was Kindern entgegenkommt, denen das Warten schwerfällt.

Förderprofil

Wahrnehmung & Tempo – schnell erfassen und auch unter Zeitdruck genau bleiben
Feinmotorik – ruhige Hand, Kraftdosierung und Geschick

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