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Dixit – Produktbild
ab 8 J. · ★ 4,3 · Tipp der Redaktion

Dixit

Traumhafte Bilder, feinsinnige Hinweise: das Spiel, das Sprachgefühl und Einfühlung gleichzeitig fordert.

So spielt es sich

Alle halten je sechs traumartig illustrierte Bildkarten. Reihum gibt jemand als Erzähler einen Hinweis zu einer davon: ein Wort, ein Liedtitel, sogar ein Geräusch. Die anderen legen verdeckt eine passende Karte dazu. Dann wird gemischt, aufgedeckt und geheim getippt: Welche ist die Erzählerkarte? Finden sie alle oder niemand, geht der Erzähler leer aus, sonst punkten er und alle, die richtig lagen. Wer andere auf die eigene Karte lockt, erhält Bonuspunkte. Erreicht jemand 30 Punkte, gewinnt, wer vorn liegt.

Was es fördern kann

Im Zentrum steht Perspektivenübernahme: Der Hinweis soll einige auf die Spur bringen, aber nicht alle; wer erzählt, muss abschätzen, wie die anderen denken. Beim Raten läuft es umgekehrt: Was meint diese Erzählerin mit „Heimweh“? Dazu kommen Wortabruf und Assoziation bis hin zur Metapher. Kognitive Flexibilität braucht es, weil jedes Bild mehrere Bedeutungen trägt und Täuschkarten den ersten Eindruck infrage stellen. Und Impulskontrolle: Der naheliegendste Hinweis bringt nichts.

Perspektivenübernahme●●●●●
Wortschatz & Assoziation●●●●●
Fantasie●●●●●
Stimmen aus der Community: Spiel des Jahres 2010, in Frankreich schon 2009 As d’Or. Gelobt werden die großformatigen Illustrationen, die kurze Regel und die Gespräche am Tisch; in einem Praxistest waren Kinder ideenreicher als manche Erwachsene. Kritik: In festen Runden kennt man die 84 Motive bald; dann helfen Erweiterungen.
Unser Tipp für Eltern: Der Hinweis darf laut Regel auch gesungen, gemimt oder ein Geräusch sein: Das entlastet Kinder, denen Worte fehlen. Danach erzählen lassen, wie man auf seine Karte kam.

Besonders geeignet für

  • Fantasievolle Kinder ab 8, die gern erzählen
  • Generationenrunden – Erwachsene haben kaum Vorsprung
  • Ruhige Familienabende mit Lust auf Gespräche

Weniger geeignet für

  • Kinder, die eindeutige, richtige Antworten brauchen
  • Runden, die harten Wettkampf und Taktik suchen

Unser Fazit

Dixit lohnt sich für Familienrunden mit fantasievollen Kindern ab 8, in denen Erwachsene kaum einen Vorsprung haben und gern erzählt wird. Die Stärke: großformatige Bilder, eine kurze Regel und der Austausch über die Bilder; 2010 wurde es Spiel des Jahres. Grenzen setzen die 84 Motive, die in festen Runden bald vertraut sind, und Kinder, die eindeutige Antworten brauchen.

So gelingt der Einstieg

  • Zu dritt erhält jede Person sieben Handkarten, und die Ratenden legen je zwei Karten dazu.
  • Beim Hinweis das Mittelmaß suchen: Erkennen alle oder niemand die Erzählerkarte, geht die erzählende Person leer aus.

Im Detail

Varianten und Spielerzahl

Die Spielerzahl hängt von der Ausgabe ab: Die Erstausgabe von 2008 war für 3 bis 6 Personen gedacht, die Neuauflage von 2021 reicht bis 8. Die aktuelle Libellud-Ausgabe enthält acht Tippräder und acht Holzhasen. Der Hinweis darf laut der deutschen Spielregel ein Satz beliebiger Länge sein, selbst ausgedacht oder aus Gedichten, Filmen und Sprichwörtern entnommen. Warum sich beim Hinweis das Mittelmaß auszahlt, zeigt die Wertung: Finden alle oder niemand die Erzählerkarte, geht die erzählende Person leer aus, und die anderen erhalten je 2 Punkte. Sonst bekommen die erzählende Person und alle, die richtig lagen, je 3 Punkte. Zudem bringt jeder Tipp, den andere auf die eigene Karte abgeben, einen Bonuspunkt.

Was Rezensionen sagen

Bei der Wahl zum Spiel des Jahres 2010 setzte sich Dixit gegen die übrigen Nominierten Identik, Fresko, A la carte und Im Wandel der Zeiten – Bronzezeit durch. Reich der Spiele lobte im selben Jahr, dass die Illustrationen Atmosphäre schaffen und die Gespräche über die Motive Spaß machen. Zugleich merkt die Rezension an, dass Wertung und Wettkampf nebensächlich werden und die 84 Karten nach wenigen Runden durchgespielt sind. Ein Praxistest von inFranken.de mit der Ausgabe von 2021 beobachtete, dass Kinder mit Ideenreichtum glänzten, während manche Erwachsene anfangs hölzern wirkten. Gelobt werden dort die Illustrationen, die Kommunikation und das Spiel über Generationen hinweg.

Im Vergleich

Just One (ab 8, 3 bis 7 Personen, ca. 20 Minuten) fordert wie Dixit Wortschatz, Assoziation und Perspektivenübernahme. Alle spielen in einem Team, was Kindern entgegenkommt, die ungern verlieren. Wem Lesen und Schreiben noch schwerfallen, dem liegt es weniger. Pictures (ab 8, 3 bis 5 Personen, ca. 30 Minuten) teilt mit Dixit Fantasie und Perspektivenübernahme, spricht aber Kinder an, die gern bauen und tüfteln, auch zurückhaltende, denn alle bauen gleichzeitig. Zu Dixit greift man eher für Runden bis acht und für ruhige Familienabende mit Lust auf Gespräche.

Quellen

Häufige Fragen

Ab welchem Alter eignet sich Dixit?

Dixit ist ab 8 Jahren angegeben. Bereit ist ein Kind, wenn es in Worte fassen mag, was ein Bild in ihm weckt, und damit klarkommt, dass es keine eindeutig richtige Antwort gibt. Wer klare Lösungen braucht, tut sich schwer.

Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?

Eine Partie dauert etwa 30 Minuten. Es spielen 3 bis 8 Personen: Reihum erzählt eine Person zu einer Karte, die übrigen raten; gespielt wird, bis jemand am Rundenende 30 Punkte hat.

Was kann Dixit fördern?

Das Spiel kann Sprache und Miteinander fördern. Wer erzählt, wählt einen Hinweis, den einige erraten, aber nicht alle, und schätzt dafür ein, wie die anderen ticken; wer rät, versucht nachzuvollziehen, was sich die erzählende Person gedacht hat.

Wird Dixit nicht schnell langweilig?

In einer festen Runde sind die 84 Motive mit der Zeit vertraut, der Reiz lässt dann nach. Abhilfe schaffen Erweiterungen mit weiteren 84 Karten.

Förderprofil

Sprache – Wortschatz, Erzählen und Sprachverständnis
Miteinander – Regeln einhalten, abwechseln, sich in andere hineinversetzen; bei kooperativen Spielen gemeinsam gewinnen

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