So spielt es sich
Jede der 81 Karten zeigt ein bis drei gleiche Symbole. Vier Merkmale variieren: Anzahl, Form (Oval, Raute, Welle), Farbe (Rot, Grün, Violett) und Füllung (leer, gestreift, voll). Zwölf Karten liegen offen. Ein „Set“ bilden drei Karten, bei denen jedes Merkmal auf allen gleich oder auf allen verschieden ist. Alle suchen gleichzeitig; wer eines sieht, ruft „Set!“ und nimmt es. Findet niemand eines, kommen drei Karten dazu. Ein Fehlruf kostet einen Punkt; ist der Stapel leer, gewinnt, wer die meisten Punkte hat.
Was es fördern kann
SET ist visuelles Suchen nach einer Regel: Der Blick tastet zwölf Karten ab, prüft vier Merkmale einzeln und erkennt Muster aus „gleich“ und „verschieden“. Dabei hilft: Zwei Karten legen die dritte eindeutig fest (Rot und Grün verlangen Violett); sie bleibt beim Suchen im Arbeitsgedächtnis. Kognitive Flexibilität fordert der Wechsel zwischen beiden Prinzipien – in einer Wahrnehmungsstudie wurden Gleichheiten schneller erkannt als durchgehende Unterschiede. Dazu Impulskontrolle: erst alle Merkmale prüfen, dann rufen.
Besonders geeignet für
- Schulkinder ab 8, die gern knobeln und vergleichen
- Generationenrunden – geübte Kinder halten gut mit
- Allein spielen: Die Regel kennt eine Solovariante
Weniger geeignet für
- Kinder mit Rot-Grün-Sehschwäche
- Kinder, die unter Zeitdruck blockieren
Unser Fazit
SET lohnt sich für Schulkinder, die gern Muster aufspüren, und für Generationenrunden, in denen geübte Kinder gut mithalten. Die Stärke: eine einzige klare Regel, nach der alle gleichzeitig suchen, auch allein als Solospiel. Grenzen setzen die nüchternen, abstrakten Bilder, der immer gleiche Ablauf und Rot-Grün-Sehschwäche.
So gelingt der Einstieg
- Für die ersten Runden nennt die Originalregel eine Miniversion ohne das Merkmal Füllung: 27 Karten, von denen neun offen liegen. Danach wird das ganze Spiel gemischt.
- Das Prinzip an einem Beispiel zeigen: Aus zwei Karten folgt genau eine dritte, die das Set vervollständigt.
- Vor der ersten Runde mit der Solovariante allein üben, um die vier Merkmale kennenzulernen.
Im Detail
Varianten und Spielerzahl
SET stammt von Marsha Jean Falco; deutsche Ausgaben erschienen 1995 bei F.X. Schmid, 2001 bei Ravensburger und 2013 bei Amigo, die weltweiten Rechte liegen seit 2019 bei PlayMonster. Die Amigo-Ausgabe ist für 1 bis 8 Personen angegeben und enthält 81 Karten. Die offizielle Regel von PlayMonster enthält eine Solitär-Regel und sieht für den Einstieg nur die 27 Karten mit vollen Symbolen vor, davon neun offen; danach mischt man alle Karten dazu. Amigo richtete ab 2013 Deutsche Meisterschaften aus; 2016 gewann ein Elfjähriger.
Was Rezensionen sagen
SET erhielt 1991 die Auszeichnung Mensa Select und belegte 1995 beim Deutschen Spiele Preis Platz 9. Die US-Zeitschrift Games lobte es im Februar 1992 als originelles Wahrnehmungs- und Logikspiel, das solo wie im Wettstreit eine faszinierende Herausforderung sei. Reich der Spiele kritisiert zur Amigo-Ausgabe von 2013 die zu nüchternen, abstrakten Abbildungen und den zu monotonen, immer gleichbleibenden Ablauf. Eine Wahrnehmungsstudie von Jacob und Hochstein (2008) fand, dass Sets aus Gleichheit bevorzugt und schneller erkannt werden als Sets aus Unterschieden und dass Übung die Leistung verbessert.
Im Vergleich
5-Minute Mystery (ab 8, 1 bis 4 Personen, ca. 5–30 Minuten) teilt mit SET das Alter, die Förderbereiche Wahrnehmung & Tempo und Logik & Planen sowie die Möglichkeit, allein zu spielen. Im Kern steht visuelles Suchen unter Zeitdruck, dazu Teamabsprache; Kinder, die unter Zeitdruck schnell blockieren, sind dort wie bei SET weniger gut aufgehoben. Jungle Speed (ab 7, 2 bis 10 Personen, ca. 15 Minuten) teilt den Bereich Wahrnehmung & Tempo und fordert wie SET Impulskontrolle: Bei SET heißt es, erst alle Merkmale zu prüfen und dann zu rufen, bei Jungle Speed, zuzugreifen oder stillzuhalten. Es trägt große Runden bis zehn Personen; Kinder, die Hektik und Lärm schnell überfordern, sind dort weniger gut aufgehoben.
Quellen
- PlayMonster: SET-Spielregel (PDF, englisch, französisch, spanisch)
- Wikipedia (deutsch): Set (Spiel)
- Wikipedia (deutsch): Deutscher Spielepreis
- Wikipedia (englisch): Mensa Select
- Wikipedia (englisch): Set (card game)
- Reich der Spiele (Rezension)
- Amigo-Blog: Turniere, SET-Meister 2016
- Jacob & Hochstein 2008: Wahrnehmungsstudie zu SET (Perception & Psychophysics)
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignet sich SET?
SET ist ab 8 Jahren angegeben. Bereit ist ein Kind, das gern vergleicht und auch unter Druck noch alle vier Merkmale prüft, bevor es ruft. Bei einer Rot-Grün-Sehschwäche wird das Spiel schwierig.
Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?
Eine Partie dauert etwa 20 Minuten, es spielen 1 bis 8 Personen. Gemeinsam suchen alle gleichzeitig und wetteifern um Sets, ein Fehlruf kostet einen Punkt; allein gibt es eine Solovariante.
Was kann SET fördern?
SET kann Wahrnehmung und Tempo, Logik und Planen sowie Flexibilität fördern. Der Blick prüft zwölf Karten auf vier Merkmale, und aus zwei Karten ergibt sich stets die dritte: Bei der Farbe verlangen etwa Rot und Grün ein Violett. Dabei wechselt man zwischen „alle gleich“ und „alle verschieden“.
Was, wenn ein Kind unter Zeitdruck blockiert?
Das Suchen im Wettstreit kann Kinder unter Druck bremsen. Für den Einstieg sieht die Originalregel eine Miniversion mit nur 27 Karten vor, zudem erlaubt eine Solovariante das Üben ohne Gegenspielende.



