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Carpe Diem – Produktbild
ab 10 J. · ★ 3,8

Carpe Diem

Plättchen auswählen und das eigene römische Anwesen Stück für Stück bebauen, um Auftragskarten zu erfüllen – ein kompaktes Optimierspiel von Stefan Feld.

So spielt es sich

Im alten Rom entsteht ein eigenes Stadtviertel aus Plättchen. Wer am Zug ist, bewegt den Patrizier auf einem Rondell zu einer erreichbaren Auslage und legt das dort genommene Plättchen ans Viertel: Vollendete Landschaften bringen Waren, fertige Gebäude etwa Brot oder ein Extra-Plättchen. Am Rundenende wird eine Scheibe zwischen zwei benachbarte Auftragskarten gesetzt; beide müssen erfüllt werden, sonst kostet jede verfehlte Karte vier Punkte. Nach vier Runden gewinnt, wer am Ende die meisten Punkte hat.

Was es fördern kann

Carpe Diem verlangt vorausschauendes Planen: Jedes Plättchen soll jetzt passen und Bauplätze für später offenhalten. Das Arbeitsgedächtnis behält halb fertige Gebäude, fehlende Waren und anstehende Aufträge im Blick, räumliches Denken braucht es beim passgenauen Anlegen im Raster. Schnappt jemand das ersehnte Plättchen oder das geplante Kartenpaar weg, ist kognitive Flexibilität gefragt: den Plan anpassen, statt am alten festzuhalten.

Vorausschauendes Planen●●●●●
Räumliches Denken●●●●●
Kognitive Flexibilität●●●●●
Stimmen aus der Community: Nominiert für das Kennerspiel des Jahres 2019: Die Jury lobte ein elegant komponiertes Stadtbaupuzzle mit für ein Kennerspiel ungewöhnlich viel Tempo und empfiehlt es ab 12 Jahren. Rezensionen schätzen die Spieltiefe bei gut erlernbaren Regeln; kritisiert werden an der Erstausgabe die düstere, schwer lesbare Grafik und das blasse Thema, teils auch die harten Minuspunkte.
Unser Tipp für Eltern: Erste Partie am besten zu zweit oder zu dritt: Das bleibt planbarer und kürzer. Vor jeder Wertung laut überlegen, welches Kartenpaar machbar ist; zum Einstieg die Minuspunkte als Hausregel weglassen.

Besonders geeignet für

  • Geübte Familienspieler ab 10, eher ab 12
  • Familien auf dem Weg zum Kennerspiel
  • Ruhige Tüftelabende zu zweit oder zu dritt

Weniger geeignet für

  • Kinder, die ein lebendiges Thema brauchen
  • Wer Minuspunkte schlecht verkraftet

Unser Fazit

Carpe Diem lohnt sich für Familien mit Spielerfahrung und Kindern ab 10, besser ab 12, die gern knobeln, am liebsten in kleiner Runde. Die Stärke: viel Tiefe bei Regeln, die sich gut lernen lassen. Grenzen setzen das blasse Thema und die harten Minuspunkte am Rundenende.

So gelingt der Einstieg

  • Zunächst nur den Zugablauf üben: Der Patrizier zieht zu einer Auslage in Reichweite, das gewählte Plättchen wird angelegt. Das begrenzt die Auswahl.
  • Gebäudefähigkeiten an zwei Beispielen erklären statt alle auf einmal: Der Bäcker bringt Brot für freiere Bewegung, der Handwerker ein Extra-Plättchen.

Im Detail

Varianten und Spielerzahl

Carpe Diem von Stefan Feld erschien bei Alea/Ravensburger für 2 bis 4 Personen; die Jury nennt ein Alter ab 12, der Verlag ab 10. Für die Dauer nennt die Jury ca. 75 Minuten, Miniature Market 45 bis 75 Minuten. Die Ausgabe von 2021 hat laut Miniature Market eine neue Grafik, vereinfachte Regeln und vier hölzerne Patrizier. Laut Zatu werden genommene Plättchen nicht ersetzt, laut Board Game Quest erlaubt Brot freie Bewegung.

Was Rezensionen sagen

Die Jury des Spiels des Jahres nominierte Carpe Diem 2019 für das Kennerspiel des Jahres und lobt ein elegant komponiertes Stadtbaupuzzle mit Planung, dennoch schnellen Zügen und für ein Kennerspiel ungewöhnlich viel Tempo. Board Game Quest lobt die Tiefe der Entscheidungen, Zatu das gute, leicht erlernbare Regelheft; zu viert dauere es laut Zatu länger und lasse sich schwerer planen. Meeple Mountain und Board Game Quest bemängeln das schwache Thema, die Optik und die harte Wertung, Zatu die dunkle, schwer lesbare Grafik und ähnliche Symbole.

Im Vergleich

Harmonies (ab 10, 1 bis 4 Personen, ca. 30 Minuten) teilt mit Carpe Diem den Förderbereich Logik und Planen und fordert wie Carpe Diem vorausschauendes Planen, räumliches Denken und kognitive Flexibilität; Harmonies lässt sich auch allein spielen. Wettlauf nach El Dorado (ab 10, 2 bis 4 Personen, ca. 45 bis 60 Minuten) teilt den Förderbereich Logik und Planen und fordert wie Carpe Diem vorausschauendes Planen und kognitive Flexibilität. Carpe Diem passt zu geübten Familienspielenden ab 10, eher ab 12, und zu Familien auf dem Weg zum Kennerspiel; Kindern, die ein lebendiges Thema brauchen oder Minuspunkte schlecht verkraften, liegt es weniger.

Quellen

Häufige Fragen

Ab welchem Alter eignet sich Carpe Diem?

Carpe Diem ist ab 10 Jahren angegeben, die Jury empfiehlt es erst ab 12. Bereit ist, wer schon andere Brettspiele kennt, mehrere Dinge zugleich im Kopf behält, etwa halbfertige Gebäude und offene Aufträge, und Minuspunkte wegsteckt.

Wie lange dauert eine Partie und wie viele können mitspielen?

Eine Partie dauert etwa 45 bis 75 Minuten. Es spielen 2 bis 4 Personen gegeneinander, jede baut ihr eigenes Stadtviertel. Mit zwei oder drei Personen bleibt es kürzer und planbarer, mit vier zieht es sich länger hin.

Was kann Carpe Diem fördern?

Carpe Diem kann vor allem Logik und Planen fördern: Beim Anlegen gilt es, die Gegenwart und die kommenden Züge zugleich im Blick zu behalten. Wird einem das erhoffte Teil vor der Nase weggeschnappt, heißt es, den Plan umzuwerfen und neu anzusetzen.

Was bedeuten die Minuspunkte?

Zwei Aufträge müssen am Rundenende gemeinsam erfüllt werden; jeder verfehlte kostet 4 Punkte. Rezensionen nennen die Wertung hart, für Kinder, denen Abzüge die Freude nehmen, ist das Spiel daher weniger geeignet.

Förderprofil

Logik & Planen – vorausdenken, Probleme lösen und Strategien anpassen

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